Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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8 Paris, zum Dienſte ſeines erhabenen Herrn Philipp II. an die Thore der Hauptſtadt vertheilt hatte.

Die Familie Entragues empfing dieſen ſpionirenden Thorofficier, der im Solde des ſpaniſchen Königs ſtand, um ſich gegenſeitiger Artigkeiten zu erfreuen, wenn ſte nach Paris kam.

Dieſe ſeltſame Perſon, die wie ein Arlequin Frau von Entragues nach einem delikaten Mittagseſſen in den Gar⸗ ten begleitete, hatte einen ſehr triftigen Grund, den der Leſer bald erfahren wird, in dem Schloſſe ſeinen Be⸗ ſuch abzuſtatten.

Aber hinter dem Spanier und der Schloßfrau kam Herr von Entragues, ein ſchon gealterter Edelmann. Auch ihm folgten zwei kleine Pagen.

Der Nachfolger Karls IX. führte eine ſchöne Perſon von ſechzehn Jahren am Arme, die zerſtreut auf die väter⸗ liche Phraſeologie lauſchte. Dieſe Perſon war ein braunes Mädchen mit tiefſchwarzen Augen, ſchwarzglänzenden Haa⸗ ren, einem Purpurmunde und geſchweiften Naſenlöchern, wie ſie die üppigen Indianerinnen haben. Ihre breite Stirn und ihr runder Kopf verriethen mehr Geiſt, als die Blitze ihrer Augen.

Ein feines, braunes Bärtchen zeichnete einen dunkeln Schatten um die fein geſchweiften, zitternden Lippen. Ihr ganzes Weſen athmete Feuer und Kraft. Die Fülle ihres Oberkörpers und ihres Wuchſes, die kühne Biegung ihres Fußes, ihr runder und feſter Arm, die kräftige Verbindung ihres Elfenbeinhalſes mit den breiten und fleiſchigen Schul⸗

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