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fuͤhlen, welcher die große Erfahrung von der aͤußerſten Unbefangenheit trennt. Die Zuneigung, welche ſeine Gattin fuͤr ihn hegte, hatte ſich ihm demnach mit ei⸗ nem koͤſtlichen Dufte ihm bis dahin unbekannter Zuͤch⸗ tigkeit und Friſche gezeigt. Gewoͤhnt ſie faſt taͤglich zu ſehen, hatten ſeine Augen ſich bis dahin auf ſie gerich⸗ tet, ohne Etwas zu zergliedern; als ſie aber auf eine feierliche Weiſe verbunden waren, als der Prieſter zu Klo⸗ tilden von ihren Pflichten, und zu Moritz von ſeinen Rech⸗ ten geſprochen hatte, ging der Begriff vom Beſitze aus ſeinem Verſtande in ſein Herz uͤber; ein banges und ſchuͤchternes Verlangen fuͤhrte ihn zur Zergliederung, und die Zergliederung ließ ihn in Derjenigen, welche beſtimmt war, ſeine Lebens-Gefaͤhrtin zu werden, natuͤrliche Reize, erworbene Eigenſchaften, eine ſo wahre und ſo liebliche Anmuth erkennen, daß der junge Mann ein un⸗ erwartetes Entzuͤcken empfand, und ſich für einen Au⸗ genblick lang in dem Grade taͤuſchte, daß er ſich fuͤr verliebt in ſeine Frau hielt.
Uebrigens, indem das neue Leben, welches Moritz fuͤhrte, ſeinen Irrthum verlaͤngerte, folgten bald die Launen eines Mannes, der vernuͤnftig wird, der Be⸗ taͤubung der erſten Eindruͤcke. Bei ſeiner Ruͤckkehr aus Italien hatte Moritz nach den von ihm gezeichneten Plaͤnen das Schloß umgebaut und den Garten umge⸗ pflanzt gefunden. Nun hatte er das alte Familien⸗Moͤ⸗ bel⸗Magazin gepluͤndert und die beſten Tapezierer von Paris ans Werk geſtellt, um ſeinem Gluͤcke eine Woh⸗ nung einzurichten. Er hatte mit dem Hotel der Straße


