Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

ſeines Namens zu haben. Er verdoppelte ſeine Aufmerk⸗ ſamkeiten fuͤr ſeine Gattin und ließ das Kind unter ſei⸗ nen Augen erziehen, indem er nicht wollte, daß es das elterliche Haus verließe und in einer Schule jenen ari⸗ ſtokratiſchen Firniß verloͤre, den die haͤusliche Erziehung und die Gegenwart der Eltern bei einem jungen Manne erhaͤlt. Moritz war demnach mit einer ganz beſonderen Sorgfalt, wie man ſonſt die Edelleute erzog, durch ei⸗ nen Hofmeiſter und unter den Augen des Herrn und der Frau von Barthole erzogen worden.

Endlich, nach funfzehn Jahren einer ſo vollkomme⸗ nen Einigkeit, daß ſie niemals auch nur im Mindeſten getruͤbt worden waͤre, und man ſie in der Welt als ein Muſter anfuͤhrte, war Frau von Barthele durch den Tod ihres Gatten in das Paradies der Wittwenſchaft einge⸗ treten, ohne, wie man damals noch ſagte, das Fege⸗ feuer der Ehe durchgemacht zu haben. Sie hatte nun auf eine ſehr anſtaͤndige Weiſe ihren Gatten beweint, den ſie betrauerte, wie man einen aufrichtigen Freund betrauert. Damals hatte eine ihrer Verwandten, Frau von Neuilly, welche ewig eiferſuͤchtig auf das Gluͤck ih⸗ rer Baſe geweſen, ihr den Gedanken eingefluͤſtert, ſich in zweiter Ehe wieder mit dem Grafen von Montgiroux zu verheirathen, ein Gedanke, den der Pair von Frankreich zu Beider Gluͤcke auf eine ſo philoſophiſche Weiſe ver⸗ worfen hatte. Ohne die unvermeidlichen Angriffe des Alters war demnach die Stellung ſo geblieben, wie ſie die Vergangenheit geſtattet hatte. Die Zukunft, dieſe Zeit der Hoffnung, hatte zwar allmaͤlig Runzeln, aber