Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

keine Enttaͤuſchung herbeigefuͤhrt. Die Haare des Herrn von Montgiroux waren grau geworden, aber er hatte einen Friſeur, der ſie ihm mit Kunſt faͤrbte. Die Taille

der Frau von Barthele war dicker geworden, aber ſie

hatte eine Kleidermacherin, welche ſie auf eine wunder⸗ volle Weiſe zu kleiden verſtand. Kurz, jedes Jahr hatte ohne Zweifel zwoͤlf Monate mehr herbeigefuͤhrt, aber wenn ſie fuͤr die Andern gealtert waren, ſo waren die beiden Liebenden doch nicht fuͤr ſich ſelbſt gealtert, und das war die Hauptſache.

Bald waren dieſe Bande des Herzens noch enger durch Bande der Familie gewerden. Moritz hatte ſein vier und zwanzigſtes Jahr erreicht und Klotilde ihr ſieb⸗ zehntes. Die beiden mit einander erzogenen jungen Leute ſchienen eine große Zuneigung fuͤr einander zu ha⸗ ben: ein Verheirathungsplan zwiſchen ihnen war ſeit langer Zeit beſchloſſen worden. Als man ihnen dieſen Plan mittheilte, leiſtete weder der Eine, noch die Andere Widerſtand dagegen. Die Sache war in jeder Bezie⸗ hung paſſend, ſie vereinigte der Beiden Vermoͤgen. Die gemeinſchaftlichen Freunde empfingen demnach eines Morgens einen Brief, der ihnen die Verheirathung des Herrn Karl Moritz von Barthéle mit Fraͤulein Klotilde von Montgiroux meldete.

Die beiden jungen Leute machten eine Reiſe nach Italien, deſſen Hauptſtaͤdte ſie beſuchten; bei ihrer Ruͤckkehr kam man dann uͤberein, daß man den Winter in dem Hotel der Straße de Varennes, das Moritz