— 24—
keine Fruͤchte oder faſt keine mehr giebt, ſehr gluͤcklich, Eingemachtes zu finden.
Aber beſonders bei Frau von Barthele war es der Muͤhe werth, den Graf von Montgiroux von dem Auge eines Beobachters ſtudirt zu ſehen. Seit ungefaͤhr fuͤnf und zwanzig Jahren beſtanden Verbindungen der groͤß⸗ ten Vertraulichkeit zwiſchen ihnen; Niemandem waren
dieſe Verbindungen unbekannt, die eine lange Duldung
des Barons von Barthsle in gewiſſer Art in den Au⸗ gen der Welt legitimirt hatte. Bei Lebzeiten des Herrn von Barthele fuͤhrte man ſie als Muſter von Liebenden, als Herr von Barthaͤle geſtorben, als Muſter ehelicher Tugenden an. Die Heirath hatte inzwiſchen Nichts le⸗ gitimirt, und man hatte ſich ſelbſt verwundert, daß nach dem Tode des Herrn von Barthele keine geſellſchaftliche Annaͤherung zwiſchen den beiden alten Freunden ſtattge⸗ funden hatte. Frau von Barthele ſelbſt, beeilen wir uns es zu bemerken, hatte, indeß weit mehr in Folge fremder Eingebung, als aus eigenem Antriebe, eines Tages ein Wort daruͤber zu dem Grafen geſagt. Aber bei dieſer Eroͤffnung hatte Herr von Montgiroux ganz treu⸗ herzig wie Champfort geantwortet: Wie Sie, habe auch ich daran gedacht, theure Freundin. Wenn wir uns
aber verheiratheten, wo Teufel ſollte ich da meine Abende
zubringen?
uUnd dieſe Antwort war vollkommen begreiflich bei
einem Manne, der ſeit fuͤnf und zwanzig Jahren ſeine
Abende anderswo als zu Hauſe zubrachte.


