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(Judas verkaufte Jeſus Chriſtus, und erhing ſich daruͤber
vor Raſerei, ſchlauer als er, hat Richelieu nur den heiligen Geiſt verpfändet.)
Es gab wohl gewiſſe aufregende Paſtillen, welche den
Namen Paſtillen à la Richelieu hatten, aber dieſe Paſtillen
waren weit von denen des Marquis von Sade mit ſpani⸗ ſchen Fliegen entfernt.
Sagen wir einige Worte über den Marquis von Sade, eine der merkwürdigſten Perſönlichkeiten von dem Ende des Jahrhunderts Ludwigs XV. Er war ein ſchö⸗ ner Adeliger, zu jener Zeit bereits 35 Jahre alt, der in dem Hotel der Frau Prinzeſſin von Condé geboden war, deren Ehrendame ſeine Mutter war. Wie er ſagte, ſtammte er von der ſchönen Laura ab, nichts iſt leichter möglich; trotz ihrer platoniſchen Liebe für Petrarec, hatte die ſchöne Laura zwölf Kinder gehabt. In dem Collegium Ludwigs des Großen erzogen, war er im Alter von 13 Jahren in die Chevaulegers eingetreten. Er hatte den ſiebenjäͤhri⸗ gen Krieg mitgemacht, dann hatte er wider ſeinen Willen Fräulein von Montreuil geheirathet.
Der Marquis von Sade war reich, er war jung, er war ſchön, er hatte einen ehrenvollen Namen; woher die⸗ ſer verblendete Geiſt, woher dieſes verderbte Herz, woher dieſe unreinen Lüſte, woher dieſe Blutgierde?
Eines Abends, an einem Charſamſtage, ging er über den Platz des Victoires, er wurde von einer Frau ange⸗ redet, welche Almoſen von ihm verlangte; er blieb ſtehen, e, ſie war jung und hübſch, er erkundigte


