Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 29—

Frau von Pompadour hatte den glücklichen Einfall gehabt, ihre Tochter Alexandrine mit dem Herzoge von Fronſac zu verheirathen; ſie hatte Herrn von Richelieu einige Worte darüber geſagt, welcher geantwortet hatte, daß er durch die Verbindung auf das Höchſte geehrt ſein würde, aber da Herr von Fronſac durch ſeine Mutter die Ehre hätte, dem kaiſerlichen Hauſe von Lothringen anzu⸗ gehören, ſo könnte er nur mit Einwilligung der Kaiſerin ein Verſprechen übernehmen.

Frau von Pompadour hatte die Antwort verſtanden und war dabei ſtehen geblieben; aber über dieſe Antwort und über den geringen Eindruck, den ſie auf den Herzog bei der erſten Zuſammenkunft hervorgebracht, hatte ſie ge⸗ gen den Sieger von Mahon einen Groll bewahrt.

Während dieſer Zeit ſuchte man Herrn von Richelien bei dem Könige zu ſchaden.

Endlich war der Herzog genöthigt eine Krankheit zu heucheln, um einen Urlaub zu erlangen, den man ihm Dank der Zeugniſſe ſeiner Aerzte und der Drohung, daß er ſich ihn nehmen würde, wenn man ihm denſelben nicht gäbe, nicht mehr zu verweigern wagte.

Die Rückkehr des Marſchalls nach Paris war ein wahrer Triumph; aber Ludwig XV. empfing ihn froſtig.

— Ah! Da ſind Sie, Herr Herzog, ſagte er. Nun denn! wie haben Sie die Feigen von Minorca gefunden? man ſagt, daß ſie ſehr gut ſind.

— Vortrefflich, Sire, antwortete Richelieu, nur be⸗ darf man langer Leitern, um ſie zu holen.

Und er wandte dem Könige den Rücken.