Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 ⏑

— Ei, Sie wiſſen es wohl, Böſe, ſagte der König, da Sie eine der Perſonen ſind, welche mich quälen.

— Ich, Sire! rief Frau von Mallly aus.

— Ja, Sie; jedenfalls; fuhr der König ſeufzend fort, ſind wir jetzt unſeres Sittenrichters entledigt.

— Welches Sittenrichters?

— Des Kardinals.

— Des Kardinals entledigt, Sie, Sire? o mein Gott!

Und Frau von Malllh richtete ſich wie erſchreckt auf dem Bette auf.

— O! mein Gott, ja, der Brief iſt geſchrieben. her Brief, Sire?

— Der Brief, in welchen ich ihm ſeinen Abſchied gebe.

— Ja, aber er iſt nicht abgegangen, nicht wahr, Sire? fragte Frau von Mailly.

— Meiner Treue, das iſt ganz daſſelbe, da.

— Da?

— Da er dort auf Ihrem Kamine liegt.

Und indem er dieſe Worte ſagte, blickte der König Frau von Mailly mit faſt bittender Miene an.

— Sire, ſagte dieſe, Jedermann weiß, daß Eure Majeſtät der Herr iſt; Jedermann weiß, daß ſie das Recht hat, das zu wollen, was ſie will; dem zu Folge hat Eure Majeſtät Niemand Rechenſchaft abzulegen. Frau von Mailly ſetzte einen ihrer kleinen Füße auf den Fußboden.

— Wo gehen Sie denn hin? fragte der König.

— Herr von Fleury iſt ein guter und vortrefflicher Miniſter, dem Gott ein langes Leben bewilligt hat, weil