Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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Augenblick zu verlieren, um uns wieder mit Herrn von Fleury auszuſöhnen; vielleicht würden wir dieſes Mal den Sieg über den Kardinal davon tragen, aber früh oder ſpät wird er wieder an die Gewalt kommen und uns fort⸗ jagen laſſen. Du bringſt die nächſte Nacht mit dem Kö⸗ nige zu, richte es daher ein, daß der Neffe des Kardinals morgen ernannt wird.

Unglücklicherweiſe war Frau von Mailly nicht die Frau, deren es für Ränke ſolcher Art bedurfte; da ſie den König um ſeiner ſelbſt willen liebte, wie La Valliére Ludwig XIV. geliebt hatte, ſo verlangte ſie nur Eines, nämlich daß, da ſie ſich nicht in die Politik miſchte, die Politik gleich⸗ falls ſich nicht um ſie bekümmere.

Nachdem ſie ihrer Schweſter Alles verſprochen, erfüllte ſie daher auch, als der Abend herbeigekommen war, keine ihrer Verſprechungen. Sie hatte ſich noch ſchöner, als gewöhnlich gemacht, ſie hatte Blumen und Diamanten in ihre Haare geflochten, aber Ludwig XV. hatte in dieſen Blumen und in dieſen Diamanten ein Beſtreben der Ge⸗ fallſucht zu Gunſten der Liebe, und nicht zu Gunſten der Politik geſehen.

Frau von Mailly ſchlief ein, ohne gegen den König weder über den jungen La Trémouille, noch über Herrn von Luxemburg, noch über den Neffen des Kardinals den Mund aufgethan zu haben.

Aber der gequälte König ſchlief nicht; er fühlte ſein Leben durch das Schmollen ſeines ehemaligen Lehrers be⸗ unruhigt, er ſah dieſe Arbeit der europäiſchen Correſpon⸗ denz, um die er ſich niemals recht bekümmert hatte, auf