mitnahmen, welche die Gäſte wünſchten, und die ganz be⸗ laden wieder erſchienen, um nochmals zu verſchwinden und um immer wieder zu erſcheinen.
Dieſer ganze junge, vergnügungsſüchtige, kriegsbegie⸗ rige, mehr noch nach Liebe, als nach Ehre ſtrebende Hof war, wie man wohl begreifen wird, der Feind des alten Kardinals. Man wollte einen Verſuch von der Art deſſen erneuern, der zu Zeiten der Frau von Prie unter dem Herrn Herzoge von Bourbon geſcheitert war; die Ver⸗ ſchwörer waren Frau von Mailly, die immer noch regie⸗ gende Sultanin, La Trémouille und Gesvres; es handelte ſich darum, Herrn von Chauvelin an die Stelle des Kar⸗ dinals zu ſetzen.
Der Kardinal erfuhr Alles durch die Geſellſchaft des Grafen von Toulouſe, der ihm ganz ergeben war.
Unglücklicherweiſe für die Verſchwörer hatte ſich Herr von Chauvelin in eine ſchlimme Stellung verſetzt.
Während des letzten Krieges war Herr von Chauvelin Miniſter der auswärtigen Angelegenheiten, und, mit Recht oder mit Unrecht war das Gerücht im Umlaufe geweſen, daß er von Wien beträchtliche Summen erhalten hätte, da⸗ mit Savoyen mißhandelt würde; wie man ſich erinnern wird, hatte Karl Emanuel in der That für ſein thätiges Bündniß nur zwei kleine Provinzen erhalten.
Der Kardinal ſammelte alle dieſe unbeſtimmten Ge⸗ rüchte, ſtellte ſie zuſammen, um einen Anklageact daraus zu machen, legte dieſen Anklageact dem Rathe des Königs vor, und ließ die Ungnade des Herrn von Chauvelin de⸗ cretiren.
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