Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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Zehn Tage zuvor war die berühmte Katharina, dieſe Waiſe, die ein lutheriſcher Prediger aus Barmherzigkeit erzogen hatte, dieſe Gefangene, welche Scheremetjew ge⸗ macht hatte, als er Marienburg einnahm, dieſe Frau eines ſchwediſchen Soldaten, der verſchwunden war, ohne daß man jemals erfahren, was aus ihm geworden, dieſe Sclavin des Günſtlings Menzikoffs, dieſe Geliebte Peter I., den wir gegen die letzte Zeit der Regentſchaft Paris haben beſuchen ſehen, zur Kaiſerin von Rußland gekrönt worden.

Das waren die hauptſächlichſten Ereigniſſe Europas, als König Ludwig XV., der eine ſchwache Geſundheit hat⸗ te, nochmals krank wurde.

Wie das erſte Mal, zeigte ſich die Krankheit mit ge⸗ fährlichen Symptomen, machte raſche Fortſchritte, wich aber zwei Aderläſſen. Drei Tage lang hatte man für ſein Le⸗ ben gefürchtet.

Aber der Mann, welcher die heftigſte Angſt während dieſer Krankheit empfunden hatte, war der Herr Herzog, nicht etwa, daß er gefürchtet hätte, wie der Regent der Vergiftung beſchuldigt zu werden, und dem zu Folge ſeine Ehre mit dem Könige untergehen zu ſehen; ſondern weil mit dem Könige ſeine Macht unterging, und der Herr Herzog ſehr darauf hielt, Premierminiſter zu ſein.

In einer Nacht,— der Herr Herzog ſchlief unter dem Zimmer des Königs,— in einer Nacht, als der Herr Herzog mehr Geräuſch und Bewegung als gewöhnlich bei Seiner Majeſtät zu hören glaubte, ſtand er daher auch

eilig auf, und ging im Schlafrocke nach der Wohnung des Königs hinauf.