Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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— Das heißt, Fraͤulein, antwortete der Graf, daß Ihr mir in La Chätre Eure Befehle ertheilen werdet.

Dieſer vermeintliche Gehorſam beruhigte mich nicht; indeſſen, da ich nicht die Wahl der Mittel hatte, und dasjenige, welches ſich bot, das einzige war, um dem Herzoge von Anjou zu entgehen, ſo ſetzte ich ſchweigend meinen Weg fort. Mit Anbruch des Tages langten wir in La Chaͤtre an. Aber anſtatt in das Dorf zu gehen, ſchlugen wir hundert Schritte weit vor den erſten Gär⸗ ten einen Feldweg ein, und ritten nach einem abgelege⸗ nen Hauſe.

Ich hielt mein Pferd an.

— Wohin gehen wir? fragte ich.

— Hoͤrt mich an, Fraͤulein, ſagte der Graf zu mir, ich habe bereits den außerordentlich richtigen Blick Eu⸗ res Verſtandes bemerkt, und auf Euren Verſtand ſelbſt berufe ich mich. Koͤnnen wir, da wir den Nachforſchun⸗ gen des nach dem Koͤnige am maͤchtigſten Prinzen ent⸗ fliehen, in einem gewoͤhnlichen Gaſthofe, und mitten in einem Dorfe einkehren, in welchem der erſte Bauer, der uns geſehen haͤtte, uns angeben wuͤrde? Man kann einen Einzelnen beſtechen, aber man kann nicht ein ganzes Dorf beſtechen.

Es lag in allen Antworten des Grafen eine Logik oder zum Mindeſten eine Scheinbarkeit, die mich uͤber⸗ raſchte. 4

— Gut, ſagte ich zu ihm. Gehen wir hin.

Und wir ſetzten uns wieder in Bewegung.

Wir waren erwartet; ohne, daß ich es Zewahr ge⸗ Die Dame von Monſoreau. Zweiter Band.