— 33— der Muͤhe werth haltet, ihn aufzunehmen, ſo werdet Ihr ihn aufnehmen.
Und in der That, der Diener, welcher mir ein Edelknecht ſchien, legte den Brief auf den Schemel, auf welchem meine Fuͤße ruheten, und verließ das Zimmer.
— Was thun? fragte ich Gertruden.
— Wenn ich wagte, Fraͤulein einen Rath zu geben, ſo waͤre er, dieſen Brief zu leſen. Vielleicht enthaͤlt er die Meldung irgend einer Gefahr, welcher, durch ihn gewarnt, wir uns werden entziehen koͤnnen.
Der Rath war ſo vernuͤnftig, daß ich von dem an⸗ fangs gefaßten Entſchluſſe zuruͤckkam und den Brief er⸗ brach.
Diana unterbrach in dieſem Augenblicke ihre Erzaͤh⸗ lung, ſtand auf, oͤffnete ein kleines Kaͤſtchen, und nahm aus einer ſeidenen Brieftaſche einen Brief.
Buſſy warf einen Blick auf die Adreſſe.
„An die ſchoͤne Diana von Méridor,“ las er.
Indem er hierauf die junge Frau anblickte, ſag⸗ te er:
— Dieſe Aufſchrift iſt von der Hand des Herzogs von Anjou.
— Ah, antwortete ſie mit einem Seufzer, er hatte mich alſo nicht betrogen.
Hierauf, da Buſſy zoͤgerte, den Brief zu oͤffnen, ſagte ſie:
— Leſet, der Zufall hat Euch mit einem Male in die geheimſten Verhaͤltniſſe meines Lebens eingewe ihet;z ich darf keine Geheimniſſe mehr fuͤr Euch haben.
Die Dame von Monſoreau. Zweiter Band. 3
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