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3 Ich ſetzte mich zu Tiſch, nur von Gertruden bedient, denn, ſobald unſere Waͤchter unſer Mahl hingeſtellt, ent⸗ 5 fernten ſie ſich. Aber ploͤtzlich, indem ich mein Brod
u brach, brachte ich ein kleines Billet zu Tage. t f ¹ Ich oͤffnete es haſtig; es enthielt folgende einzelne n Zeilen:
— Ein alter Freund wacht uͤber Euch. Morgen werdet Ihr Nachrichten von ihm und von Eurem Vater
3 erhalten. 4
3 Man wird begreifen, wie groß meine Freude war: . mein Herz klopfte, um mir die Bruſt zu ſprengen. Ich t h zeigte das Billet Gertruden. Der uͤbrige Theil des Ta⸗
ges verfloß mit Warten und Hoffen. ſ Die zweite Nacht verfloß eben ſo ruhig, als die - erſte; dann kam die mit ſo vieler Ungeduld erwartete Stunde des Fruͤhſtuͤcks, denn ich zweifelte nicht, daß ich in meinem Brode ein neues Billet finden wuͤrde. Ich irrte mich nicht, das Billet war in folgenden Aus⸗
1 3 druͤcken abgefaßt. „Die Perſon, welche Euch entfuͤhrt hat, langt heute 4 Abend um zehn Uhr auf dem Schloſſe Beaugé an; aber der Freund, welcher uͤber Euch wacht, wird um neun Uhr mit einem Briefe von Eurem Vater unter Eurem Fenſter ſein; dieſer Brief wird Euch das Vertrauen anempfehlen, das Ihr ohne ihn ihm vielleicht nicht be⸗
willigen wuͤrdet.
„Verbrennt dieſes Billet.“ 1
Ich las und uͤberlas dieſen Brief, dann warf ich ihn der Amempfehlung gemaͤß, welche er enthielt, ins


