Teil eines Werkes 
6. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— N

—-— 21—

von Monſoreau, nachdem er laͤnger als zehn Minuten geduldig an der Thuͤre ſeiner Frau gehorcht hatte, auf den Arm eines vertrauten Dieners geſtuͤtzt, welcher jedes Mal, wo es ſich weder um Verband noch um oͤrtliche Mittel handelte, ihm Beiſtand leiſtete, muͤhevoll die Treppe herab.

Dieſes doppelte Manoͤvre, von dem man haͤtte glau⸗ ben koͤnnen, daß es von einem gewandten Feldherrn be⸗ rechnet geweſen waͤre, fuͤhrte ſich auf dieſe Weiſe aus, daß Monſoreau die Thuͤre der Straße gerade in dem Augenblicke oͤffnete, in welchem Buſſy ſeine Strickleiter zuruͤckzog, und in welchem Diana ihr Fenſter ſchloß.

Monſoreau befand ſich auf der Straße; aber, wie wir bemerkt, die Straße war oͤde und der Graf ſah Nichts.

— Sollteſt Du falſch unterrichtet worden ſein? fragte Monſoreau ſeinen Diener.

— Nein, gnaͤdiger Herr, antwortete dieſer; ich

komme ſo eben aus dem Hotel d'Anjou, und der Ober⸗

ſtallknecht, der mein Freund iſt, hat mir beſtimmt ge⸗ ſagt, daß Seine Gnaden zwei Pferde fuͤr heute Abend beſtellt haͤtte; jetzt, gnaͤdiger Herr, war es vielleicht, um irgend wo anders hinzugehen, als hierher.

— Wo willt Du, daß er hingeht? ſagte Monſoreau, mit finſterer Miene. 1

Der Graf war, wie alle Eiferſuͤchtige, welche glau⸗ ben, daß die ganze uͤbrige Menſchheit mit nichts Ande⸗ rem beſchaͤftigt ſein koͤnne, als ſie zu quaͤlen.

Er blickte ein zweites Mal um ſich.