— 22—
Es bedurfte ſehr ſicherer Haͤnde, um ihnen die Sum⸗ men anzuvertrauen, welche ſie nicht enthielten.
Endlich verſchloß man die Thore des Palaſtes vor der Naſe einer ſich draͤngenden Menge, welche durch dieſe Vorſichtsmaßregel uͤberzeugt war, daß der Prinz zwei Millionen in die Stadt gebracht haͤtte, waͤhrend es ſich im Gegentheile nur darum handelte, eine unge⸗ faͤhr gleiche Summe, auf welche die leeren Geldkiſten rechneten, aus der Stadt zu ſchaffen.
Der Ruf von dem Reichthum des Herzogs von Anjou war von dieſem Augenblicke an feſt begrundet, und die ganze Provinz war nach dem Schauſpiele, das ſie vor Augen gehabt hatte, uͤberzeugt, daß er reich ge⸗ nug waͤre, um, wenn es ſein muͤßte, gegen ganz Europa Krieg zu fuͤhren.
Dieſes Vertrauen mußte den Buͤrgern helfen, in Geduld die neuen Auflagen zu ertragen, welche der Her⸗ zog, von dem Rathe ſeiner Freunde unterſtuͤtzt, die Ab⸗ ſicht hatte, von den Anjouern zu erhalten. Uebrigens kamen die Anjouer den Wuͤnſchen des Herzogs faſt entgegen.
Man bedauert niemals das Geld, welches man den Reichen borgt oder ſchenkt.
Der Koͤnig von Navarra haͤtte mit ſeinem Rufe der Armuth nicht den vierten Theil des Erfolges er⸗ langt, welchen der Herzog von Anjou mit ſeinem Rufe von Reichthum etrlangte.
Aber kommen wir auf den Herzog zuruͤck.
Der wuͤrdige Prinz fuͤhrte ein patriarchaliſches Le⸗


