ſtock und der Epheu, ihre neuen Sproſſen ſchießend, von Zeit zu Zeit einige Stuͤckchen Gips herabfallen lie⸗ ßen, indem ſie in der Nachtluft jenen herben und kraͤfti⸗ gen Wohlgeruch verbreiteten, den die Friſche des Abends ihren Blaͤttern entlockt.
Lange, luſtig den Spalten der alten Kirchenmauer entſproßende gelbe Violen oͤffneten ihre gleich lauterem Kupfer rothen Knospen..
Endlich erſchuͤtterten die erſten in der Morgen⸗ ſonne aufgebrochenen Hollundern mit ihren lieblichen Duͤften den noch unſchluͤſſigen Kopf des jungen Mannes, der ſich frug, ob ſo viel Wohlgeruͤche, Waͤrme und Le⸗ ben ihm, der vor kaum einer Stunde ſo allein, ſo ſchwach und ſo verlaſſen geweſen, nicht einzig und allein durch die Gegenwart einer ſo inniggeliebten Frau kaͤmen.
Unter einer Laube von Jasmin und Waldreben, ſaß Diana auf einer kleinen, an die Kirchenmauer ge⸗ lehnten hoͤlzernen Bank mit geſenkter Stirn und ſchlaff herabhaͤngenden Haͤnden, und man ſah, zwiſchen ihren Fingern zerknittert, eine Levkoje ſich entblaͤttern, die ſie abbrach, ohne es zu wiſſen, und deren Blumen ſie auf dem Sande zerſtreuete.
In dieſem Augenblicke begann eine, in einem be⸗ nachbarten Kaſtanienbaume verborgene Nachtigall ihren langen und melancholiſchen, von Zeit zu Zeit mit gleich Raketen glaͤnzenden Toͤnen untermiſchten Geſang.
Buſſy war mit Frau von Monſoreau allein in die⸗ ſem Garten, denn Remy und Gertrude hielten ſich ent⸗ fernt; er naͤherte ſich ihr; Diana erhob den Kopf.


