— 414—
großen Seſſel von geſchnitztem Holz, oder ließ ſich viel⸗ mehr in ihn fallen.
Der Diener oͤffnete ein Fenſter, um friſche Luft herein zu laſſen, und ohne ſich aus dem Zimmer zu entfernen, zog er ſich in eine Ecke zuruͤck.
Johanna wagte nicht, das Schweigen zu brechen. Sie zitterte, die Wunden des Greiſes wieder zu oͤffnen, wenn Sie ihn befragte, und dennoch konnte ſie, wie alle jungen und gluͤcklichen Perſonen, ſich nicht entſchlie⸗ ßen, das Ungluͤck, welches man ihr meldete, als wahr zu erkennen. Es giebt ein Alter, in welchem man die Unermeßlichkeit des Todes nicht zu erforſchen vermag, weil man nicht an den Tod glaubt.
Der Baron kam ihrem Wunſche entgegen, indem er das Wort nahm.
— Ihr habt mir geſagt, daß Ihr verheirathet waͤret, meine liebe Johanna, der Herr iſt alſo Euer Gatte?
Und er deutete auf Buſſy.
— Nein, Herr Auguſtin, antwortete Johanna, hier, Herr von Saint⸗Luc.
Saint⸗Luc verneigte ſich noch bei Weitem tiefer vor dem ungluͤcklichen Vater, als vor dem Greiſe. Dieſer begruͤßte ihn vaͤterlich, und bemuͤhete ſich ſogar zu laͤ⸗ cheln; dann ſich mit matten Augen nach Buſſy umwen⸗ dend, ſagte er:
— und dieſer Herr iſt Euer Bruder, der Bruder Eures Gatten, Einer Eurer Verwandten? 5
— Nein, lieber Baron, der Herr iſt nicht unſer


