Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

dem er auf den Reiſenden Augen ohne Blicke heftete, ſagte er:

Ihr? Ich ſehe Euch nicht. Wer? Ihr...

O, mein Gott! rief Johanna aus. Erkennt Ihr mich nicht? Ah, es iſt wahr, meine Verkleidung...

Entſchuldigt mich, ſagte der Greis, aber ich ſehe faſt Nichts mehr. Die Augen der Greiſe ſind nicht zum Weinen geeignet, und wenn ſie zu Viel weinen, verbrennen ſie die Thraͤnen.

Ah, lieber Baron, ſagte die junge Frau, ich ſehe in der That, daß Euer Geſicht abnimmt, denn ſonſt haͤttet Ihr mich ſelbſt unter meinen Mannskleidern erkannt. Ich muß Euch alſo meinen Namen nennen?

Ja, gewiß, erwiderte der Greis, da ich Euch ſage, daß ich Euch kaum ſehe.

Nun denn! Ich will Euch uͤberraſchen, lieber Herr Auguſtin, ich bin Frau von Saint⸗Luc.

Saint⸗Luc? ſagte der Greis. Ich kenne Euch nicht.

Aber mein Name als junges Maͤdchen, ſagte die ſcherzhafte junge Frau, mein Name als junges Maͤd⸗ chen iſt Johanna von Coſſé⸗Briſſac.

Ach, mein Gott! rief der Greis aus, indem er verſuchte, den Schlagbaum mit ſeinen zitternden Haͤnden zu oͤffnen. Ach, mein Gott!

Als Johanna, die Nichts von dieſem ſeltſamen, demjenigen, welchen ſie erwartete, ſo verſchiedenen Em⸗ pfange begriff, und die ihn dem Alter des Greiſes und der Abnahme ſeiner Geiſteskraͤfte zuſchrieb, ſich endlich erkannt ſah, ſprang ſie von ihrem Pferde, und eilte