Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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wollte an dieſem Abend den glücklichen Mann erken⸗ nen, den die Königin begünſtigte.

Getreu ſeinen Gewohnheiten, obgleich dieſe bei ihm nicht verkörpert waren, ſchritt er, ſich hinter den Bäumen verbergend, weiter; doch als er die Stelle erreicht, wo ſeit zwei Tagen die Liebenden zuſammen⸗ getroffen waren, fand er hier Niemand.

Die Gefährtin der Königin zog Ihre Majeſtät gegen die Apollo⸗Bäder fort.

Eine furchtbare Angſt, ein ganz neues Leiden ſchmetterte Charny nieder. In ſeiner unſchuldigen Redlichkeit hatte er ſich nicht eingebildet, das Verbrechen könnte ſo weit gehen.

Lächelnd und kichernd ging die Königin auf das dunkle Aſyl zu, auf deſſen Schwelle der unbekannte Herr ſte mit offenen Armen erwartete.

Sie trat, ebenfalls die Arme ausſtreckend, ein. Das eiſerne Gitter ſchloß ſich hinter ihr.

Die Gefährtin blieb außen und lehnte ſich an

eine ganz zerbröckelte, von Blätterwerk umgebene Halb⸗ ſäule an. Charny hatte ſeine Kräfte ſchlecht berechnet. Sie vermochten einem ſolchen Schlage nicht zu widerſtehen. In dem Augenblick, wo er in ſeiner Wuth ſich auf die Vertraute der Königin ſtürzen wollte, um ſie zu ent⸗ larven, zu erkennen, mit Schmähungen zu überhäufen, ſie zu erſticken vielleicht, floß das Blut wie ein ſieden⸗ der Strom nach ſeinen Schläfen, nach ſeinem Halſe und erſtickte ihn. Er fiel auf die Mooſe nieder und röchelte einen Seufzer, welcher eine Secunde lang die Ruhe der vor den Thüren der Apollo⸗Bäder aufge⸗ ſtellten Schildwache ſtören ſollte.

Eine innere Blutung, verurſacht durch ſeine Wunde, die ſich wieder geöffnet hatte, erſtickte ihn.

Charny wurde durch die Kaͤlte des Thaus, durch die Feuchtigkeit der Erde, durch den lebhaften Ein⸗