Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ſie ausbreitete, und während die wachſame Freundin wie am Tage vorher lauerte, kniete der verliebte Herr auf das Moos nieder und fing an mit einer leiden⸗ ſchaftlichen Geſchwindigfkeit zu reden.

Einer verliebten Schwermuth preisgegeben, neigte die Königin das Haupt. Charny hörte die Worte des Cavaliers nicht, aber die Melodie. Die Rede hatte das Gepräge der Poeſie und der Liebe. Jede von den Betonungen ließ ſich in eine glühende Betheurung überſetzen.

Die Königin antwortete nichts. Der Unbekannte verdoppelte indeſſen die Liebkoſung ſeiner Reden; zu⸗ weilen kam es Charny, dem elenden Charny, vor, als ſollte das Wort, in jenes harmoniſche Schauern ge⸗ hüllt, verſtändlich werden, und dann würde er vor Wut und Eiferſucht ſterben. Doch nichts, nichts. In m Augenblick, wo die Stimme ſich aufklärte, zwang eine be⸗ zeichnende Geberde der horchenden Begleiterin den lei⸗ denſchaftlichen Redner, den Klang ſeiner Elegien zu dämpfen. 4

Die Königin beobachtete ein hartnäckiges Still⸗ ſchweigen.

Bitten auf Bitten häufend, was Charny aus der vibrirenden Melodie ſeiner Beugungen errieth, erhielt der Andere nur die ſüße Einwilligung des Stillſchwei⸗ gens, eine ungenügende Gunſt für die glühenden Lippen, welche die Liebe zu trinken angefangen haben.

Doch plötzlich entſchlüpften der Königin ein paar Worte. Man muß es wenigſtens glauben. Sehr un⸗ terdrückte, ſehr erſtickte Worte, da ſie der Unbekannte allein vernommen hatte; doch kaum hatte er ſie ver⸗ nommen, als er im Uebermaß ſeines Entzückens, ſo daß er ſich ſelbſt hörbar machte, ausrief:.

fiDank, o meinen Dank, ſüße Majeſtät! Morgen a o? Die Königin verbarg ihr ſchon ſo gut verborgenes Geſicht vollends gänzlich.