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der Nacht, im Delirium ſeiner Verzweiflung ſuchte ſich Charny vergebens zu überreden, der Mann, der die Roſe erhalten, ſei ein Botſchafter, und die Roſe ſei
nur ein Pfand geheimer Uebereinkunſt, beſtimmt, einen
zu ſehr gefährdenden Brief zu erſetzen.
Nichts konnte gegen den Verdacht die Oberhand gewinnen. Es blieb dem armen Olivier nichts mehr uͤbrig, als ſein eigenes Benehmen zu prüfen und ſich zu fragen, warum er ſich in Gegenwart eines ſolchen Unglücks ſo völlig leidend verhalten habe.
Mit ein wenig Nachdenken war nichts leichter, als den Inſtinct zu begreifen, der dieſe Paſſivität ge⸗ boten hatte.
In den heftigſten Kriſen des Lebens ſpringt die Handlung augenblicklich aus dem Grunde der menſch⸗ lichen Natur hervor, und dieſer Inſtinet, der den Im⸗ puls gegeben hat, iſt nichts Anderes, als eine Zuſam⸗ menſetzung der Gewohnheit und der Ueberlegung auf ihren höchſten Grad von Geſchwindigkeit und Gelegen⸗ lichkeit getrieben. Hatte Charny nicht gehandelt, ſo war dies der Fall, weil ihn die Angelegenheiten der Fürſtin nichts angingen, weil er, ſeine Neugierde zei⸗ gend, ſeine Liebe zeigte, weil er, die Königin compro⸗ mittirend, ſich verrieth, und der beiderſeitige Verrath iſt eine ſchlechte Stellung bei Verräthern, die man überweiſen will.
Hatte er nicht gehandelt, ſo war dies der Fall, weil er, um einen mit dem königlichen Vertrauen geehrten Mann anzugehen, Gefahr laufen mußte, in einen gehäſſtgen, abgeſchmackten Streit, in eine Art von Hinterhalt zu verfallen, was die Königin nie verziehen hätte.
Das Wort Monſeigneur, am Ende von der gefäl⸗ ligen Begleiterin hingeſchleudert, war ferner gleichſam eine heilſame, wenn auch ſpäte Warnung, welche Charny, indem ſie ihm gerade in ſeiner größten Wuth⸗ die
Augen öffnete, gerettet hatte. Was wäre aus ihm
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