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ſie verworren im Schatten. Nur erkannte er am Rauſchen der flatternden Röcke zwei Frauen, deren ſeidene Man⸗ tillen an den Zweigen hinſtreiften.
Dieſe Frauen, indem ſte ſich um die große, dem Fenſter von Charny gegenüber liegende Allee wandten, wurden vom freiſten Mondſtrahl umhüllt, und Charny hätte beinahe einen Schrei freudigen Erſtaunens ausgeſtoßen, als er die Haltung und den Kopfputz von Marie An⸗ toinette, ſowie den untern Theil ihres Geſichtes trotz des düſteren Reflexes vom Schilde des Hutes erkannte. Sie hielt eine ſchöne Roſe in der Hand.
Mit bebendem Herzen ließ ſich Charny von ſeinem Fenſter herab in den Park gleiten. Er lief auf dem Graſe, um kein Geräuſch zu machen, verbarg ſich dabei hinter den dickſten Bäumen, und folgte mit dem Blick den zwei Frauen, welche jede Minute langſamer gingen.
Was ſollte er thun? Die Königin hatte eine Be⸗ gleiterin; ſie lief keine Gefahr. Oh! warum war ſie nicht allein! er hätte den Foltern getrotzt, um ſich ihr zu nähern und auf den Knieen zu ihr zu ſagen: Ich liebe Sie! Oh!l warum war ſte nicht von einer unge⸗ heuren Gefahr bedroht, er hätte ſein Leben hingeworfen, um dieſes koſtbare Leben zu retten!
Während er, tauſend tolle Zärtlichkeiten träumend, an dies Alles dachte, ſtanden die zwei Wandlerinnen plötzlich ſtille; die Eine, die Kleinere, ſagte ein paar Worte zu ihrer Gefährtin und verließ ſte.
Die Königin blieb allein; man ſah die andere Dame ihren Gang gegen ein Ziel beſchleunigen, das Charny noch nicht errieth. Die Königin, welche mit ihrem kleinen Fuß auf den Sand klopfte, lehnte ſich an einem Baum an und hüllte ſich ſo in ihre Man⸗ tille, daß ſie ſogar den Kopf mit der Kapuze bedeckte, welche einen Augenblick zuvor in weiten ſeidenen Falten auf ihren Schultern wogte.
Als ſie Charny allein und ſo träumeriſch ſah, Das Halsband der Koͤnigin. III. 8


