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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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der Abend, die Spaziergänger vertreibend, ihm bis zu den Statuen des Säulenganges die letzten Schwingungen dieſes geliebten Schattens zu belauern geſtattet hatte, kam Charny zu ſeinem Fenſter zurück, betrachtete von fern durch eine Oeffnung, die er im Walde zu machen gewußt hatte, das glänzende Licht an den Fenſtern der Königin, hernach das Verſchwinden dieſes Lichtes, dann lebte er von der Erinnerung und der Hoffnung, wie 5 von der Bewegung und der Bewunderung gelebt atte.

Eines Abends, als er nach Hauſe zurückgekehrt war, als er zwei Stunden mit ſeinem letzten Lebewoͤhl an die abweſenden Schatten zugebracht hatte, als der von den Sternen fallende Thau ſeine weißen Perlen auf den Epheublättern zu deſtilliren anfing, war Charny im Begriff, ſein Fenſter zu verlaſſen und ſich zu Bette zu begeben; da klirrte das Geräuſch eines Schloſſes ſchüchtern an ſein Ohr, er kehrte auf ſeinen Beobach⸗ tungspoſten zurück und horchte.

Die Stunde war vorgerückt, es ſchlug Mitternacht

in den von Verſailles entfernteſten Kirchſpielen. Charny

wunderte ſich, daß er ein Geräuſch hörte, an das er nicht gewöhnt war.

Dieſes widerſpänſtige Schloß war das eines Pfört⸗ chens vom Park, ungefähr fünf und zwanzig Schritte vom Hauſe von Olivier, das nie geöffnet wurde, außer etwa an großen Jagdtagen, um die Wildpretkörbe durch⸗ zulaſſen.

Charny bemerkte, daß diejenigen, welche öffneten, nicht ſprachen; ſie ſchloſſen wieder und traten in die Allee, die ſich unter den Fenſtern ſeines Hauſes vor⸗ beizog.

1 Die Baumſtämme und die hängenden Weinreben verkleideten hinreichend Mauern und Läden, daß man ſie im Vorübergehen nicht genau erblickte.

Ueberdies bückten diejenigen, welche gingen, den Kopf und beſchleunigten ihre Schritte. Charny erſchaute

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