Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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der Spaziergänge der Königin oder ihrer Damen, den Augenblick der Runden, er lebte mit einem Wort von fern mit denjenigen, welche in dieſem Trianon, dem Tempel ſeiner wahnſinnigen Anbetungen, lebten.

Da die Jahreszeit ſchön war, da die milden, duf⸗ tenden Nächte mehr Freiheit ſeinen Augen und mehr unbeſtimmte Träumerei ſeiner Seele gaben, ſo brachte er einen Theil derſelben unter den Jasminen ſeines Fenſters zu, lauſchte auf die entfernten Geräuſche, welche vom Palaſte kamen, und folgte durch die Oeff⸗ nungen im Blätterwerk dem Spiel der bis zur Stunde des Schlafengehens in Bewegung geſetzten Lichter.

Bald genügte ihm das Fenſter nicht mehr. Er war zu entfernt von dieſem Geräuſch und dieſen Lich⸗ tern. Sicher, zu dieſer Stunde Niemand zu begegnen, nicht Hunden, nicht Wachen, ſprang er von ſeinem Hauſe auf den Raſen hinab und ſuchte die köſtliche, die geſährliche Wolluſt, bis an den Saum des Ge⸗ hölzes zu gehen, auf die Grenze, welche den dichten Schatten vom glänzenden Mondſchein trennt, um von da die Silhouetten zu befragen, welche ſchwarz und bleich hinter den weißen Vorhängen der Königin hin⸗

ogen. 4 Auf dieſe Art ſah er ſie alle Tage, ohne daß ſie es wußte.

Er erkannte ſie auf eine Viertelmeile, wenn ſie, mit ihren Damen oder mit einem ihr befreundeten Cavalier wandelnd, mit ihrem chineſiſchen Sonnen⸗ ſchirm ſpielte, der ihren großen, mit Blumen verzierten Hut beſchützte.

Kein Gang, keine Haltung konnte ihn täuſchen. Er wußte alle Kleider der Köoͤnigin auswendig und errieth mitten unter den Blättern den großen grünen Ueberwurf mit Bändern von einem gewäſſerten Schwarz, den ſie durch eine keuſch verführeriſche Körperbewegung

wogen ließ.

Und wenn die Erſcheinung verſchwunden war, wenn