„Ja, Madame.“ „Wohin gehſt Du denn? welche Urſache kann dieſe plötzliche Abreiſe haben?“
„Madame, ich bin nicht glücklich in meinen Zu⸗
neigungen.“
Die Königin ſchaute empor. „In meinen Familienzuneigungen,“ fügte Andrée
erröthend bei. Die Königin erröthete ebenfalls, und der Blitz
ihrer beiden Blicke kreuzte ſich glänzend wie bei einem
Zuſammenſtoß von Schwertern.
Die Königin erholte ſich zuerſt.
„Ich verſtehe Sie nicht,“ ſagte ſte;„mir ſcheint, Sie waren geſtern glücklich?“
„Nein, Madame,“ erwiederte Andrée mit feſtem Tone;„geſtern war abermals einer von den unglückli⸗ chen Tagen meines Lebens.“
„Ohl“ machte die Königin, welche träumeriſch geworden.
Und ſie fügte bei:
„Erklären Sie ſich.“
„Ich müßte mich entſchließen, Eure Majeſtät mit Einzelheiten zu ermüden, welche unter ihr ſind. Ich habe keine Befriedigung in meiner Familie; ich habe nichts von den Gütern der Erde zu erwarten, und ich bitte Eure Majeſtät um meinen Abſchied, um mich mit meinem Seelenheile zu beſchäftigen.“
Die Königin ſtand auf, nahm, obgleich dieſer
Schritt ihrem Stolze ſchwer anzukommen ſchien, An⸗
drée bei der Hand und ſprach:
„Was bedeutet dieſer Entſchluß eines ſchlimmen
Kopfes? Hatten Sie nicht geſtern auch einen Bruder, einen Vater, wie heute? Waren ſie minder beſchwer⸗ lich und minder ſchädlich, als heute? Glauben Sie,
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ich ſei fähig, Sie in Verlegenheit zu laſſen, und bin
ich nicht eine Familienmutter, die eine Familie denje⸗ nigen gibt, welche keine haben?“


