Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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mich beſchämte, mehr geheilt, als Ihre Wiſſenſchaft, mein lieber Doctor, dies mit vortrefflichen Mitteln gethan hätte; mich bei der Eitelkeit packen, ſehen Sie, das heißt mich bändigen, wie man ein Pferd mit dem Gebiß bändigt,

Deſto beſſer, deſto beſſer, murmelte der Doctor.

Ja, ich erinnere mich, daß ein Spanier ſie ſind prahleriſch genug mir eines Tags ſagte, um mir ſeine Willensſtärke zu beweiſen, es habe bei einem Duell, in dem er verwundet worden, für ihn genügt, ſein Blut zurückhalten zu wollen, daß ſein Blut nicht floß und nicht das Auge ſeines Gegners ergötzte. Ich habe über dieſen Spanier gelacht, indeſſen bin ich ein wenig wie er: wenn mein Fieber, wenn das Delirium, das Sie mir vorwerfen, wiedererſcheinen wollten, ſo würde ich ſie, darauf wette ich, verjagen, indem ich ſagte: Delirium und Fieber, ihr werdet nicht wiedererſcheinen.

Wir haben Beiſpiele von dieſem Phänomen, ſprach der Doctor mit ernſtem Tone.Jedenfalls er⸗ lauben Sie mir, daß ich Ihnen Glück wunſche. Sie ſind nun moraliſch geheilt.

Oh! ja.

Wohl! Sie werden alsbald ſehen, welcher Zu⸗ ſammenhang zwiſchen dem Moraliſchen und dem Phy⸗ ſiſchen des Menſchen ſtattfindet. Das iſt eine ſchöne Theorie, die ich in einem Buche ausführen würde, wenn ich Zeit dazu hätte. Geſund an Geiſt, werden Sie in acht Tagen auch körperlich geſund ſein.

Lieber Doctor, ich danke Ihnen.

Und um anzufangen: werden Sie alſo abreiſen?

Wann es Ihnen beliebt. Auf der Stelle.

Wir wo dieſen Abend abwarten. Mäßigen wir uns. Mit Erxtremen zu Werke gehen, heißt Alles auf's Spiel ſetzen.

Warten wir bis zum Abend, Doctor.

Werden Sie weit gehen?