Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Und ohne auf Andrée, welche die Stirne faltete, und auf Louis zu achten, der ſich die Hände rieb, durch⸗ ſchritt ſie raſch die Flur und die Gallerie, hüllte ſich maſchinenmäßig in ihre Mantille, woran eine Ruche

von Spitzen, und kehrte in ihre Wohnung zurück.

Andrée drückte dem Doctor, der wieder zu ſeinem Kranken eilte, die Hand; dann kehrte ſie ebenfalls, mit einem Schritt ſo feierlich wie der eines Schattens, den Kopf geſenkt, das Auge ſtarr und den Geiſt abweſend, in ihr Zimmer zurück.

Es war ihr nicht einmal eingefallen, die Königin nach ihren Befehlen zu fragen. Für eine Natur, wie die von Andrée, iſt die Königin nichts, die Neben⸗ buhlerin iſt Alles.

Wieder der Sorge von Louis anheimgegeben, ſchien Charny nicht mehr derſelbe Menſch wie am Tage vor⸗ her zu ſein.

Stark bis zur Uebertreibung, kühn bis zur Prah⸗ lerei, richtete er an den guten Doctor ſo dringende, ſo energiſche Fragen in Beziehung auf ſeine nahe be⸗ vorſtehende Geneſung, über die zu befolgende Diät, über die Transportmittel, daß Louis glaubte, es ſei ein noch gefährlicherer Rückfall, hervorgebracht durch eine Manie anderer Art, eingetreten.

Charny enttäuſchte ihn bald; er glich jenen im Feuer gerötheten Eiſen, deren Färbung ſich vor dem Auge in dem Maße ſchwächt, in welchem die Hitze an

Intenſität abnimmt. Das Eiſen iſt ſchwarz und ſpricht nicht mehr zu dem Blick, aber es iſt noch glühend ge⸗

nug, um Alles zu verzehren, was man ihm darbieten

wird. Louis ſah den jungen Mann wieder ſeine Ruhe

und ſeine Logik aus den guten Tagen annehmen. Charny

war in der That ſo vernünftig, daß er ſich für ver⸗ pflichtet hielt, dem Arzt die plötzliche Veränderung ſeines Entſchluſſes zu erklären.

indem ſie

Die Königin, ſagte er,hat mich,

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