Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Madame, ſtammelte Charny,Eure Majeſtät jagt mich fort... Ich gehe! ich gehe!

Und er machte eine ſo heftige Bewegung, um weg⸗ zugehen, daß er, aus ſeinem Gleichgewicht heraus⸗ geworfen, ſich ſchwankend in den Armen der Königin drehte, die ihm den Weg verſperrte.

Kaum hatte er die Berührung dieſer glühenden Bruſt, die ihn zurückhielt, gefühlt, kaum hatte er ſich unter dem unwillkürlichen Drucke des Armes, der ihn trug, gebogen, als ſeine Vernunft ihn eilig verließ, als ſein Mund ſich öffnete, um einen verzehrenden Hauch durchzulaſſen, der kein Wort war und kein Kuß zu ſein wagte

Durch dieſe Berührung ſelbſt verſengt, durch dieſe Schwäche bewegt, hatte die Königin nicht die Zeit, den lebloſen Körper auf ſeinen Stuhl zurückzuſtoßen. und ſie wollte entfliehen, aber der Kopf von Charny war rückwärts gefallen; er ſchlug an das Holz des Stuhles, eine leichte roſenrothe Nuance färbte den Schaum ſeiner Lippen, ein lauer roſenfarbener Tropfen

war von ſeiner Stirne auf die Hand der Königin gefallen.

Ohl ſo iſt es gut, murmelte er,ſo iſt es gut! ich ſterbe durch Sie getödtet.

Die Königin vergaß Alles. Sie kam zurück, nahm Charny in ihre Arme, preßte ſeinen todien Kopf an ihren Buſen und legte eine eiskalte Hand auf das Herz des jungen Mannes.

Die Liebe bewirkte ein Wunder. Charny erwachte wieder. Er öffnete die Augen. Die Erſcheinung ver⸗

ſchwand. Die Frau erſchrak, eine Erinnerung da

zurückgelaſſen zu haben, wo ſie nur ein letztes Lebewohl zu geben glaubte.

Sie machte drei Schritte gegen die Thüre mit einer ſolchen Haſt, daß Charny kaum Zeit hatte, den Saum ihres Kleides zu ergreifen und auszurufen:

Madame, im Namen aller Achtung, die ich vor Gott habe, einer Achtung, welche minder groß iſt, als die Achtung, welche ich für Sie hege.. 87