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ehrt ſte. Königin, tödten Sie mich, Frau, ſchonen Sie mich.“—
„Sind Sie bei geſundem Verſtande, Herr von Charny?“ ſagte die Königin mit bewegter Stimme.
„Ja, Madame.“
„Haben Sie das Bewußtſein Ihres Unrechts gegen mich, Ihres Verbrechens gegen... den König?“
„Mein Gott!“ murmelte der Unglückliche.
„Denn Ihr vergeßt es zu leicht, Ihr Herren Edel⸗ leute, der König iſt der Gemahl der Frau, die Ihr Alle beleidigt, indem Ihr die Augen zu ihr erhebt; der König iſt der Vater Eures zukünftigen Herrn, meines Dauphin. Der König iſt ein Mann, der größer und
beſſer, als Ihr Alle, ein Mann, den ich verehre und
den ich liebe.“
„Ohl“ murmelte Charny, einen dumpfen Seufzer ausſtoßend; und um nicht vollends niederzuſtürzen, war er genöthigt, eine von ſeinen Händen auf den Boden zu ſtützen.
Sein Schrei durchdrang das Herz der Königin. Sie las in dem erloſchenen Blick des jungen Mannes, daß er auf den Tod getroffen worden, zöge ſie nicht raſch aus der Wunde den Pfeil, den ſie gegen ihn ab⸗ gedrückt.
Barmherzig und ſanſt, erſchrak ſie deshalb über die Bläſſe und Schwäche des Schuldigen, und ſie war einen Augenblick nahe daran, um Hülfe zu rufen.
Aber ſie bedachte, der Doctor und Andrée würden dieſe Ohnmacht des Kranken ſchlecht deuten. Sie hob ihn mit ihren Händen auf und ſagte:
„Sprechen wir, ich als Königin, Sie als Mann. Der Doctor Louis hat es verſucht, Sie zu heilen; dieſe Wunde, welche nichts war, verſchlimmert ſich durch
die Ausſchweifungen Ihres Gehirns. Wann wird ſie
geheilt ſein, dieſe Wunde? Wann werden Sie aufhören, dem Doctor das ärgerliche Schauſpiel einer Tollheit zu geben, die ihn beunruhigt? Wann werden Sie vom Schloſſe abreiſen?“


