Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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oin Königin, murmelte er, indem er aufzuſtehen uchte.

Die Königin, ja, mein Herr, erwiederte raſch Marie Antoinette.Die Königin, welche weiß, wie Sie daran arbeiten, die Vernunft und das Leben zu ver⸗ lieren, die Königin, welche Sie in ihren Träumen be⸗ leidigen, die Königin, welche für Ihre Chre und Ihre Sicherheit beſorgt iſt. Darum kommt Sie zu Ihnen, mein Herr, und Sie ſollten ſie nicht ſo empfangen.

Charny war zitternd, verwirrt aufgeſtanden, dann, bei den letzten Worten war er auf ſeine Kniee geſunken, ſo zermalmt durch den phyſiſchen und den moraliſchen Schmerz, daß er, gebeugt wie ein Schuldiger, ſich weder erheben wollte, noch konnte.

Iſt es moͤglich, fuhr die Königin, gerührt von dieſer Ehrfurcht und dieſem Stillſchweigen, fort,iſt es möglich, daß ein Edelmann, den man einſt den loyalſten beizählte, ſich ſo wie ein Feind an den Ruf einer Frau hängt! Denn bemerken Sie wohl, Herr von Charny, ſchon bei unſerem erſten Zuſammenſein war es nicht die Königin, was Sie geſehen, und was ich ihnen gezeigt habe, es war eine Frau, und das hätten Sie nie vergeſſen müſſen.

Hingeriſſen durch dieſe aus dem Herzen hervor⸗

gegangenen Worte, wollte es Charny verſuchen, etwas zu ſeiner Vertheidigung zu ſprechen, aber Marie An⸗ toinette ließ ihm nicht Zeit dazu.

Was werden meine Feinde thun, ſagte ſte,wenn Sie das Beiſpiel des Verraths geben?

Verrath, ſtammelte Charny⸗

Mein Herr, wollen Sie wählen? entweder ſind ſie ein Wahnſinniger, und ich werde Ihnen das Mittel, Schlimmes zu thun, benehmen; oder Sie ſind ein Ver⸗ räther, und ich werde Sie beſtrafen.

Madame, ſagen Sie nicht, ich ſei ein Verräther. In dem Munde der Könige geht dieſe Anklage dem Todesurtheil voran, in dem Munde einer Frau eni⸗