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in Paris, die keine Hotels waren und weder Haus⸗ meiſter noch Schweizer hatten, heimkehrten.
Der Lackei öffnete alſo die Thüre, um die Finger der kleinen Dame zu ſchonen; dann in dem Augenblick, wo dieſe in den finftern Gang eindrang, grüßte er ſie und ſchloß die Thüre wieder.
Die Carroſſe rollte weiter und verſchwand.
„Das iſt wahrhaftig ein angenehmes Abenteuer,“ rief die junge Frau.„Es iſt ſehr galant von Herrn Mesmer. Ohl wie muͤde bin ich! Er wird dieß vor⸗ hergeſehen haben. Er iſt ein ſehr großer Arzt!“
So ſprechend, gelangte ſie zum zweiten Stockwerk des Hauſes, auf eimen Ruheplatz, der von zwei Thüren beherrſcht war.
Sobald ſie geklopft hatte, öffnete ihr eine Alte.
„Oh! guten Abend, Mutter; iſt das Nachteſſen bereit?“
„Ja, es wird ſogar kalt.“
„Iſt er da?“
„Nein, noch nicht; doch der Herr iſt da.“
„Welcher Heri?“
„Der, welchen Sie heute Abend nothwendig ſpre⸗
chen müſſen.“
„Ich?
„Ja, Sie.
Dieſe Unterredung fand in einem kleinen, mit Glasſcheiben verſehenen Vorzimmer ſtatt, das den Ruheplatz von einer großen, nach der Straße gehenden Stube trennte.
Durch das Fenſterwerk ſah man deutlich die Lampe,
die dieſe Stube erhellte, deren Anblick, wenn nicht befriedigend, doch wenigſtens erträglich war.
Alte Vorhänge von einer gelben Seide, welche die Zeit ſtellenweiſe geadert und abgebleicht hatte, einige Stühle von grünlichem Utrechter Sammet, ein großer Schrank mit zwölf Schubladen und mit eingelegter Arbeit, ein alter gelber Sopha, das waren die Herr⸗ lichkeiten des Gemaches.


