Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Gleichviel, gleichviel, meine Herren, es iſt nichts⸗ deſtoweniger die Königin von Frankreich, verbeugen wir uns, verbeugen wir uns tief.

Die kleine Perſon, der Gegenſtand von ſo viel Reſpekt, ging mit einer gewiſſen Bangigkeit durch die letzte Hausflur und kam in den Hof.

Hier ſuchten ihre matten Augen einen Fiaere oder eine Sänfte; ſie fand keines von beiden; doch ungefähr nach einer Minute der Unentſchloſſenheit, als ſie ſchon ihren niedlichen Fuß auf das Pflaſter ſetzte, näherte ſich ihr ein großer Lackei und ſagte:

Der Wagen von Madame.

7Ich habe keinen Wagen, entgegnete die junge rau

Madame iſt in einem Fiacre gekommen? 44

Ja. 4 9

Von der Rue Dauphine? 44

d.

Ich werde Madame nach Hauſe führen.

Gut, führen Sie mich, ſprach die kleine Perſon mit einer ſehr ungezwungenen, entſchloſſenen Miene, ohne daß ſie nur eine Minute die Unruhe behalten hatte, welche durch das Unvorhergeſehene dieſes Antrags bei jeder andern Frau verurſacht worden wäre.

Der Lackei machte ein Zeichen, auf das ſogleich eine Carroſſe von gutem Ausſehen antwortete, von der die Dame aufgenommen wurde.

Der Lackei hob den Fußtritt auf und rief dem Kutſcher zu:

Rue Dauphine.

Die Pferde entfernten ſich raſch; als ſie den Pont⸗ Neuf erreicht hatte, bedauerte die kleine Dame, die viel Geſchmack an dieſer Art der Fortbewegung fand, unge⸗ mein, daß ſie nicht im Jardin des Plantes wohnte.

Der Wagen hielt an. Der Fußtritt ſank nieder; ſchon ſtreckte der wohlunterrichtete Lackei die Hand aus, um von der Dame den Hauptſchlüſſel zu empfangen, mittelſt deſſen die Bewohner von dreißigtauſend Häuſern