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mich eines Abends beſucht hat, die ſeltſame Urſache den⸗ 3 Theilnahme, die mir Herr von Rohan ezeigt.“
Und feſt überzeugt, ſie täuſche ſich nicht, begierig den Zufall zu benützen, der für ſie that, was ihre Nachforſchungen nicht hatten thun können, trat ſie näher hinzu.
Doch in dieſem Augenblick ſchloß die junge Con⸗ vulſionärin ihre Augen, zog ihren Mund krampfhaft uſamnen und ſchlug mit ihren beiden Händen ſchwach die Luft.
Mit ihren beiden Händen, die, es muß hier be⸗ merkt werden, nicht jene feinen, zarten, wachsartig weißen Hände waren, welche Frau von La Mothe in ihrer Wohnung einige Tage zuvor bewundert hatte.
Die Anſteckung der Kriſe war elektriſch bei der Mehrzahl der Kranken, das Gehirn hatte ſich geſättigt mit Geräuſchen und Wohlgerüchen. Die ganze Ner⸗ venaufreizung war angeſtrebt. Durch das Beiſpiel ihrer jungen Gefährtin fortgeriſſen, fingen bald Männer und Frauen an, Seufzer, Gemurmel, Schreie von ſich zu geben, bewegten Arme, Beine und Köpfe, und über⸗ ließen ſich frei und ohne Widerſtand dem Anfall, dem der Meiſter den Namen Kriſe gegeben hatte.
In dieſem Augenblick erſchien ein Mann im Saale, ohne daß ihn Jemand hatte eintreten ſehen, ohne daß Jemand ſagen konnte, wie er eingetreten.
Kam er wie Phöbus aus der Kufe hervor? War er, Apollo des Waſſers, der balſamiſche und harmo⸗ niſche Dunſt des Saales, der ſich verdichtete? So viel iſt immerhin gewiß, daß er ſich plötzlich anweſend fand, und daß ſein lila Kleid, ſanft und friſch für das Auge, und ſein ſchönes, bleiches, verſtändiges und heiteres Antlitz den ein wenig göttlichen Charakter dieſer Er⸗ ſcheinung nicht Lügen ſtraften.
Er hielt in der Hand einen langen Stab, der auf
den geprieſenen Bottich geſtützt, oder vielmehr ſo zu ſagen, an dieſem befeſtigt war.


