Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ſtärkſten Doſen auf den Kopf und den Oberleib zulen⸗ kend, ihre ſchönen Augen zu verdrehen anfing, als ob Alles in ihr ſchmachtete, während ihre Hände unter dieſem erſten Nervenkitzel bebten, den die Bemächtigung des magnetiſchen Fluidums anzeigt.

Warf ſich ihr Kopf auf die Lehne des Stuhles zurück, ſo konnten die Anweſenden nach Belieben dieſe bleiche Stirne, dieſe krampfhaften Lippen und dieſen ſchönen, allmälig durch den raſcheren Strom und Rück⸗ ſtrom des Blutes gemarmorten Hals anſchauen.

Unter den Anweſenden, von denen Viele ihre Augen mit Erſtaunen auf dieſe junge Frau hefteten, theilten ſich dann ein paar Köpfe, die ſich gegen einander neigten, eine ohne Zweifel ſeltſame Idee mit, welche die gegenſeitige Aufmerkſamkeit dieſer Neugie⸗ rigen verdoppelte.

Unter der Zahl dieſer Neugierigen war Frau von La Mothe; nicht befürchtend, ſie dürfte erkannt wer⸗ den, oder vielleicht auch ſich nicht darum bekümmernd, daß man ſie erkenne, hielt ſie die Atlasmaske, die ſie auf ihr Geſicht geſetzt hatte, um die Menge zu durch⸗

ſchreiten, in der Hand.

Durch die Art, wie ſie ſich geſtellt hatte, entging

ſie übrigens beinahe allen Blicken.

Sie ſtand bei der Thüre an einen Pfeiler ange⸗ lehnt, war durch eine Draperie verſchleiert, und ſah von hier aus Alles, ohne geſehen zu werden. 8

Doch unter Allem, was ſie ſah, war das, was ihr am meiſten der Aufmerkſamkeit würdig zu ſein ſchien, ohne Zweiſel das Antlitz der durch das Mesmer'ſche. Fluidum elektriſirten jungen Frau.

Dieſes Geſicht war ihr in der That ſo ſehr auf⸗ gefallen, daß ſie ſeit mehreren Minuten, gefeſſelt durch eine unüberwindliche Gierde, zu ſehen und zu erfahren, an ihrem Platze blieb.

Oh! murmelte ſie, ohne mit den Augen von der ſchönen Kranken zu laſſen,das iſt es läßt ſich

nicht bezweifeln die Dame vom guten Werke, die