turzuſtande nehmen die Kräfte des Menſchen bis zum fünfunddreißigſten Jahre zu. Hier angelangt, macht er einen Stitlſtand bis zum vierzigſten Jahre. Von vierzig fängt er an abzunehmen, aber beinahe unmerkbar bis zu fünfzig. Hernach rücken ſich die Perioden näher und beſchleunigen ſich bis zum Todestag. Im Zu⸗ ſtand der Civiliſation, das heißt, wenn der Koͤrper durch die Ausſchweifungen, die Sorgen und Krankhei⸗ ten aufgezehrt wird, bleibt das Wachsthum mit dreißig Jahren ſtilleſtehen. Die Abnahme fängt mit fünfund⸗ dreißig Jahren an. Dann muß man, mag man nun ein Menſch der Natur oder ein Menſch der Studien ſein, die Natur in dem Augenblick ergreifen, wo ſie ſtillſtehend iſt, um ſich ihrer Bewegung der Abnahme zu widerſetzen, im Augenblick, wo dieſe Bewegung ſich zu bewerkſtelligen verſuchen wird. Derjenige, welcher im Beſitz des Geheimniſſes dieſes Elixirs, wie ich es bin, den Angriff ſo zu combiniren weiß, daß er ihn erhaſcht und ohne Rückkehr zu ſich ſelbſt aufhäͤlt, der wird leben, wie ich lebe, ſtets jung, oder wenigſtens jung genug, um zu thun, was ihm in dieſem Leben zu thun zukommt.“
„Eil mein Gott! Herr von Caglioſtro,“ rief die Gräfin,„warum haben Sie denn, wo es in Ihrer Gewalt lag, Ihr Alter zu wählen, nicht zwanzig Jahre ſtatt vierzig gewählt?“
„Frau Gräfin,“ antwortete Caglioſtro lächelnd, „weil es mir immer zuſagt, eher ein wierzigjähriger geſunder, vollſtändiger Mann zu ſein, als ein unver⸗ ſtändiger junger Menſch von zwanzig Jahren. 4
Hal ha!“ lachte die Graͤfin.
84 gewiß! Madame,“ fuhr Caglioſtro fort,„mit
zwanzig Jahren gefällt man den Frauen von dreißig,
mit vierzig Jahren beherrſcht man die Frauen von
zwanzig und die Männer von vierzig.“
„Ich gebe nach, mein Herr,“ ſagte die Gräfin. „Wie ſollte ich auch mit einem lebendigen a Bepejs ſtreiten?“


