das Oel ausgeht. Es war zuerſt ſeine Stirne, wo ſich die einen Augenblick verſchwundenen alten Falten in neuen Ringeln eingruben; ſeine Augen verſchleierten und verdunkelten ſich. Er verlor den Geſchmack; dann wölbte ſich ſein Rücken. Sein Appetit verſchwand; ſeine Kniee fingen wieder an zu zittern.
„Oh!“ machte er ſeufzend.
„Nun?“ fragten alle Gäſte.
„Nun! fahre hin, Jugend!“
Und er ſtieß einen tiefen Seufzer aus, in Beglei⸗ tung von zwei Thränen, die ſeine Augenlider befeuchteten.
Inſtinctartig und bei dem Anblick des Anfangs
verjüngten und durch dieſen Umſchlag der Jugend wie⸗ der älter gewordenen Greiſes drang ein Seufzer, dem ähnlich, welchen Taverney ausgeſtoßen, aus der Bruſt von jedem Gaſt hervor.
„Das iſt ganzeinfach, meine Herren,“ ſprach Caglio⸗ ſtro,„ich habe dem Baron nur fünfunddreißig Tropfen Lebenselirir eingegoſſen, und er hat ſich nur um fünf⸗ und dreißig Minuten verjüngt.“
„Ohl noch einmal! noch einmal, Graf!“ rief der Greis voll Gierde.
„Nein, denn eine zweite Probe würde Sie viel⸗ leicht tödten,“ erwiederte Caglioſtro.
Von allen Gäſten hatte Madame Dubarry, welche die Eigenſchaft des Elirirs kannte, die Einzelheiten dieſer Scene am begierigſten verfolgt.
In gleichem Maße, wie die Jugend und das Le⸗ ben die Arterien des alten Taverney anſchwellten, folgte das Auge der Gräfin in den Arterien dem Fortſchritt der Jugend und des Lebens. Sie lachte, ſie klatſchte Beifall, ſie wurde gleichſam wiedergeboren durch den Anblick. Als der Erfolg des Trankes ſeinen Höhe⸗ punkt erreicht hatte, wäre die Gräfin beinahe auf die Hand von Caglioſtro losgeſtürzt, um ihm das Fläſch⸗ chen zu entreißen. 3
In dieſem Augenblick aber, da Taverney ſchneller


