Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Teufel! ſagte Richelieu, der zu ſcherzen ſuchte, das iſt etwas Anderes, als der Tokayer.

Ich muß alſo trinken? fragte der Baron beinahe zitternd.

Oder das Glas einem Andern geben, mein Herr, damit das Elirir irgend Einem etwas nützt.

Gib! ſagte der Herzog von Richelieu, die Hand ausſtreckend.

Der Baron roch an ſeinem Glas, und ohne Zweifel beſtimmt durch den ſtarken balſamiſchen Duft, durch die ſchöne Roſenfarbe, welche die paar Tropfen Elixir dem Champagner mitgetheilt hatten, verſchluckte er den Zaubertrank.

In demſelben Augenblick war es ihm, als ſchüttelte ein Schauer ſeinen Körper und machte gegen die Ober⸗ haut alles alte und langſame Blut zurückfließen, das von den Füßen bis zum Herzen in ſeinen Adern ſchlum⸗ merte. Seine gerunzelte Haut ſpannte ſich aus, ſchlaff bedeckt durch den Schleier ihrer Lider, erweiterten ſich ſeine Augen, ohne daß der Wille daran Theil nahm; der Augapfel ſpielte lebhaft und groß, das Zittern ſeiner Hände machte einer nervigen Feſtigkeit Platz, ſeine Stimme kräftigte ſich, und wieder elaſtiſch geworden, wie in den ſchoͤnſten Tagen ſeiner Jugend, richteten ſich ſeine Kniee zugleich mit den Lenden auf, und das, als ob der Trank hinabſinkend ſeinen ganzen Körper von einem Ende zum andern wiedergeboren hätte.

Eiin Schrei des Erſtaunens, der Bewunderung beſonders erſcholl im Gemach. Taverney, der mit dem Ende des Zahnfleiſches, wurde hungerig. Er griff kräftig nach Teller und Meſſer, legte ſich von einem Ragout vor, der zu ſeiner Rechten ſtand, zermalmte Rebhühnerknochen, und ſagte, er fühle ſeine zwanzig⸗ jährigen Zähne wieder wachſen.

Er, lachte, trank und ſchrie eine halbe Stunde lang vor Freude, und während dieſer halben Stunde ſchauten ihn die andern Gäſte nur ganz verwundert an; dann allmälig ſank er zuſammen, wie eine Lampe, der