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„Wiſſen Sie, Graf,“ ſprach der Herzog von Ri⸗ chelieu,„wiſſen Sie, daß Sie, wenn Sie fortfahren, den armen Taverney verrückt machen werden, der in ſolchem Maße vor dem Tod Angſt hat, daß er Sie mit ganz beſtürzten Augen anſchaut, indem er Sie für un⸗ ſterblich hält. Sprechen Sie aufrichtig: Sind Sie es, oder ſind Sie es nicht?“
„Unſterblich?“
„Unſterblich.“
„Ich weiß es nicht, doch was ich weiß, iſt, daß ich Eines verſichern kann.“
„Was?“ fragte Taverney, der Gierigſte von allen Zuhörern.
„Daß ich alle Dinge gekannt und mit allen Per⸗
ſonen Umgang gepflogen habe, die ich Ihnen ſo eben
angeführt.“
„Sie haben Montecuculi gekannt?“
„Wie ich Sie kenne, Herr von Favras, und ſogar noch genauer; denn das iſt das zweite oder dritte Mal,
daß ich die Ehre habe, Sie zu ſehen, während ich bei⸗
nahe ein Jahr mit dem großen Strategiker, von dem
wir ſprechen, unter einem Zelte lebte.“
„Sie haben Philipp von Valois gekannt?“ „Wie ich Ihnen zu ſagen die Ehre hatte, Herr von Condorcet; als er aber nach Paris zurückgekehrt
war, verließ ich Frankreich und begab mich wieder nach Böhmen.“
„Cleopatra?“
„Ja, Frau Gräfin, Cleopatra. Ich ſagte Ihnen, ſie habe ſchwarze Augen gehabt, wie Sie, und einen Hals, der beinahe ſo ſchön geweſen, als der Ihrige.“
„Aber, Graf, Sie wiſſen nicht, wie mein Hals iſt.“
„Sie haben einen Hals, wie Caſſandra, und damit der Aehnlichkeit Nichts mangelt, hatte Caſſandra wie Sie, oder Sie haben wie Caſſandra ein kleines ſchwarzes Mal in der Höhe der ſechsten linken Rippe.“
„Ah! Graf, Sie ſind einmal ein Zauberer.“
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