Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ſagte der Graf von Haga, indem er ſeinen durchdringen⸗ den Blick auf den Redenden heftete.

Ich glaube nicht, Herr Graf, daß Herr von Ri⸗ chelieu unſer Altersdechant iſt, antwortete Caglioſtro, ſich verbeugend.

Oh! das iſt gut, es ſcheint, Du biſt es, Taverney, rief der Marſchall. 1

Ahl ich zähle acht Jahre weniger, als Du. Ich bin von 1704, erwiederte der alte Herr.

Unartiger, ſagte der Marſchall,er verräth meine achtundachtzig Jahre..

Wahrhaftig, Herr Herzog, Sie ſind achtundachtzig Jahre alt? rief Herr von Condorcet.

Ah! mein Gott, ja. Die Rechnung iſt leicht zu machen, und gerade deshalb iſt ſie eines Algebraiſten von Ihrer Stärke unwürdig, Herr Marquis. Ich bin aus dem vorigen Jahrhundert, aus dem großen Jahr⸗ hundert, wie man es nennt, 1696, das iſt ein Datum.

Unmöglich! rief Herr von Launay.

Ohl wenn Ihr Vater hier wäͤre, mein Herr Gouverneur der Baſtille, entgegnete Richelieu,er würde nichtunmöglich ſagen, er, der mich im Jahr 1714 als Koſtgänger gehabt hat.

Der Altersdechant, ſprach Herr von Favras, das erkläre ich, iſt der Wein, den ſich der Herr Graf von Haga in dieſem Augenblick einſchenkt.

Ein Tokayer von hundertundzwanzig Jahren, Sie haben Recht, Herr von Favras, erwiederte der Graf. Dieſem Tokayer käme die Ehre zu, die Geſundheit des Königs auszubringen.

Einen Augenblick Geduld, rief Caglioſtro, indem er ſeinen großen, von Stärke und Verſtand funkelnden Kopf über die Tafel erhob,ich mache Anſpruch darauf.

Sie machen auf das Altersvorrecht des Tokayers Anſpruch? fragten im Chor die Gäſte.

Ganz gewiß, erwiederte voll Ruhe der Graf, den ii jelbſ habe ihn in ſeiner Flaſche verſtegelt.

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