mer als ein Degenſtich, werden aber darum doch nicht unſterblich.“
„Eil mein Herr! wiſſen Sie nicht, daß man, um unſterblich zu werden, von der Academie oder todt ſein muß?“
„Monſeigneur, wenn es ſich ſo verhält, ſo iſt es beſſer, ganz lebendig zu ſein und ſeinen Dienſt zu thun. Ich werde nicht ſterben, und mein Dienſt wird ver⸗ richtet werden, wie es der von Vatel geworden wäre, hätte der Herr Prinz von Condé die Geduld gehabt, eine halbe Stunde zu warten.“
„Ahl Sie verſprechen ein Wunder, das iſt geſchickt.“
„Nein, Monſeigneur, kein Wunder.“
„Aber was erwarten Sie denn?“
„Soll ich es Monſeigneur ſagen?“
„Meiner Treue, ja, ich bin neugierig.“
„Wohl, Monſeigneur, ich erwarte eine Flaſche Wein.“
„Eine Flaſche Wein? erklären Sie ſich, die Sache fängt an, mich zu intereſſiren.“
„Höoren Sie, um was es ſich handelt, Monſeigneur. Seine Majeſtät der König von Schweden, verzeihen Sie, Seine Excellenz der Graf von Haga, wollte ich ſagen, trinkt nie andern Wein als Tokayer.“
„Nun! bin ich ſo entblößt, daß ich nicht einmal Tokayer im Keller habe? Dann müßte man den Kel⸗ lermeiſter fortjagen.“ 1
„Nein, Monſeigneur, Sie haben im Gegentheil noch ungefähr ſechzig Flaſchen.“
„Glauben Sie denn, der Graf von Haga trinke einundſechzig Flaſchen bei ſeinem Mittagmahle?“
„Geduld, Monſeigneur; als der Herr Graf von Haga zum erſten Mal nach Frankreich kam, war er nur Kronprinz; er ſpeiste damals beim ſeligen König, der zwölf Flaſchen Tokayer von Seiner Majeſtät dem Kaiſer von Oeſtreich bekommen hatte. Sie wiſſen, daß der To⸗ kayer erſter Qualität für den Keller der Kaiſer vorbe⸗ halten wird, und daß ſelbſt die Souverains von dieſem


