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Haga nennt: der Graf von Haga iſt nichtsdeſtoweni⸗ ger der König von Schweden. Ich verlaſſe dieſen Abend das Hotel des Herrn Marſchall, oder der Herr Graf von Haga wird hier wie ein König behandelt.“ .„Und das iſt es gerade, was ich Ihnen durchaus verbiete, Herr Halsſtarriger: der Graf von Haga will das ſtrengſte, undurchſichtigſte Incognito. Daran er⸗ kenne ich Eure albernen Eitelkeiten, meine Herren von der Serviette! Es iſt nicht die Krone, was Ihr ehrt, Euch ſelbſt verherrlicht Ihr mit unſern Thalern.“
„Ich denke nicht, daß Monſeigneur im Ernſt mit mir von Geld ſpricht,“ entgegnete bitter der Haushof⸗ meiſter.
„Nein, mein Herr,“ ſagte der Marſchall beinahe gedemüthigt;„mein Geld! wer Teufels ſpricht von Geld? Ich bitte, gehen Sie nicht von der Frage ab, und ich wiederhole, daß von keinem König hier die Rede ſein ſoll.“
„Aber, Herr Marſchall, was glauben Sie von mir? Denken Sie denn, ich werde blindlings zutap⸗ pen? Es ſoll nicht einen Augenblick von einem König die Rede ſein.“
„Seien Sie alſo nicht hartnäckig und laſſen Sie mich um vier Uhr ſpeiſen.“
„Nein, Herr Marſchall, um vier Uhr wird das, was ich erwarte, nicht angekommen ſein.“
„Was erwarten Sie? einen Fiſch, wie Herr Vatel?“
„Herr Vatel, Herr Vatel,“ murmelte der Haus⸗ hofmeiſter.
„Nunl! ſind Sie ärgerlich über die Vergleichung?“
„Nein, aber wegen eines unglücklichen Degenſtichs, den er ſich durch den Leib gegeben hat, iſt Herr Vatel unſterblich geworden!“
„Ahl ah! und Sie finden, Ihr College habe den Ruhm zu wohlfeil bezahlt?“
„Nein, Monſeigneur, aber wie viele Andere leiden mehr als er bei unſerem Gewerbe, und verſchlucken Schmerzen und Demüthigungen, die hundertmal ſchlim⸗


