*△
—
275
„Erlaubt dem Gefangenen, auszuſteigen,“ ſagte der Stadhouder,„und er ſehe die ſchwarze Tulpe, welche wohl würdig iſt, wenigſtens einmal geſehen zu werden.“
„Oh!“ rief Cornelius, der, vor Freude einer Ohn⸗
macht nahe, auf dem Fußtritt des Wagens ſchwankte,
„ohl gnädigſter Herr!..“
Und er ſtockte und keuchte athemlos, und ohne den Arm des Officiers, der ihm ſeinen Beiſtand bot, hätte der arme Cornelius Seiner Hoheit auf den Knieen und mit der Stirne im Staub gedankt.
Als dieſer Befehl gegeben war, fuhr der Prinz unter dem begeiſtertſten Zuruf weiter.
Er kam bald zu ſeiner Eſtrade, und die Kanonen donnerten in den Tiefen des Horizontes.
Schluß.
Von vier Wachen geführt, die ſich einen Weg durch die Menge bahnten, drang van Baerle ſchräge gegen die ſchwarze Tulpe vor, welche ſeine Blicke, als er immer näher hinzukam, verſchlangen.
Er ſah ſie endlich, die einzige Blume, die unter unbekannten Combinationen von Wärme und Kälte, von Schatten und Licht, eines Tages erſcheinen ſollte, um für immer zu verſchwinden. Er ſah ſie auf ſechs Schritte; er weidete ſich an ihrer Vollkommenheit und Anmuth; er ſah ſie hinter den jungen Mädchen, welche eine Ehrenwache für dieſe Königin an Adel und Reinheit bildeten. Und dennoch, je mehr er ſich mit ſeinen eigenen Augen von der Vollkommenheit der Blume verſicherte, deſto mehr war ſein Herz zerriſſen. Er ſchaute rings umher, um eine Frage zu thun, eine einzige. Doch überall unbekannte Geſichser; überall
———


