Teil eines Werkes 
Die schwarze Tulpe / von Alexander Dumas ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

276

die Aufmerkſamkeit auf den Thron gerichtet, auf den ſich der Stadhouder geſetzt hatte.

Wilhelm, der die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſich zog, ſtand auf, ließ einen ruhigen Blick auf der

berauſchten Menge umherlaufen, und ſein durchdringen⸗

des Auge verweilte abwechſelnd auf den drei Ex⸗ tremitäten eines Dreiecks, das ihm gegenüber drei In⸗ tereſſen und drei verſchiedene Dramen bildeten.

An einer der Ecken Bortel, bebend vor Ungeduld und mit ſeiner ganzen Aufmerkſamkeit den Prinzen, die Gulden, die ſchwarze Tulpe und die Verſammlung verſchlingend. 4

An der andern Cornelius, keuchend, ſtumm, nur für die ſchwarze Tulpe, ſeine Tochter, Blick, Leben, Herz, Liebe beſitzend.

An der dritten endlich, auf einer Stufe mit den Jungfrauen von Harlem ſtehend, eine ſchöne Frieſin, in feine rothe, ſilbergeſtickte Wolle gekleidet und mit Spitzen bedeckt, welche in Wogen von ihrem goldenen Helm herabfielen.

88 Roſa endlich, die ſich halb ohnmächtig und mit ſchwim⸗ menden Augen auf den Arm von einem der Of⸗ ficiere von Wilbelm ſtützte.

Als der Prinz alle ſeine Zuhörer bereit ſah,

entrollte er langſam das Papier und ſprach mit einer

ruhigen, ſcharfen, aber ſchwachen Stimme, von der ſich indeſſen keine Note bei dem religiöſen Stillſchweigen verlor, das ſich plötzlich auf die fünfzigtauſend Zu⸗ ſchauer niederſenkte und ihren Athem an ihre Lippen feſſelte. Ihr wißt, in welchem Zweck Ihr Euch hier ver⸗ ſammelt habt. in Preis von hunderttauſend Gulden iſt dem⸗ jenigen verſprochen worden, welcher die ſchwarze Tulpe finden würde.. öDie ſchwarze Tulpe! und dieſes Wundek Hol⸗ lands iſt vor Euren Augen ausgeſtellt. Die ſchwarze

4