366
gewiß den Preis von hunderttauſend Gulden ſelbſt er⸗ theilen,was alle Welt im Allgemeinen intereſſirte, und er werde vielleicht eine Rede halten, was ſeine Freunde und ſeine Feinde insbeſondere intereſſirte.
In der That, in den gleichgültigſten Reden der Staatsmänner wollen die Freunde oder die Feinde von dieſen immer einen Strahl ihrer Gedanken glänzen ſehen, den ſie nach ihrem Dafürhalten auslegen zu können glauben.
Als wäre der Hut eines Staatsmanns nicht ein Scheffel, beſtimmt, alles Licht aufzufangen.
Endlich war der ſo ſehr erſehnte 15. Mai 1673 ge⸗ kommen, und ganz Harlem hatte ſich, verſtärkt durch ſeine Umgebungen, längs ſeinen ſchönen Bäumen mit dem feſten Entſchluß aufgeſtellt, diesmal weder den Erobe⸗ rern des Kriegs, noch denen der Wiſſenſchaft, ſondern ganz einfach denen der Natur, welche dieſe unerſchöpf⸗ liche Mutter zu der bis dahin für unmöglich geglaubten Zeugung der ſchwarzen Tulpe genöthigt hatten, Bei⸗ fall zu klatſchen..
Doch nichts iſt weniger haltbar bei den Völkern, als der Entſchluß, dieſe oder jene Sache zu beklatſchen. Iſt eine Stadt im Zuge, zu klatſchen, ſo geht es ge⸗ rade, wie wenn ſie im Zuge iſt, zu pfeifen: ſie weiß nie, wo ſie inne halten wird..
Sie beklatſchte alſo zuerſt van Syſtens und ſeinen Strauß, ſie beklatſchte ihre Körperſchaften, ſie beklatſchte ſich ſelbſt; und endlich beklatſchte ſie, wir müſſen es geſtehen, diesmal mit allem Recht, die vortreffliche Muſik, welche die Herren der Stadt freigebig bei jedem Halt verſchwendeten.
Alle Augen ſuchten, nach der Heldin des Feſtes, welche die Tulpe war, den Helden des Feſtes, der natürlich der Urheber dieſer Tulpe war. 1
Wäre dieſer Held nach der Rede erſchienen, die wir den guten van Syſtens mit ſo großer Gewiſſen⸗ baftigkeit haben ausarbeiten ſehen, er würde ſicherlich
—


