Teil eines Werkes 
Die schwarze Tulpe / von Alexander Dumas ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

263

15. Mai 1673 zu Ehren der großen ſchwarzen Tulpe, ohne Flecken und ohne Fehler, ausſetzte, die ihrem Erfinder bunderttauſend Gulden eintragen ſollte. 4 ſeine Specialität in's Licht geſetzt, ür die Blumen im

gen blühen zu ſehen, und die ausgezeichnete Ehre, das Ideal der Tulpen blühen zu ſehen, zu Theil, und ſo wollte Harlem, die hübſche Stadt voll von Bäumen und Sonne, von Schatten und Licht aus der Ceremo⸗ nie der Preisertheilung ein Feſt machen, das im An⸗ denken der Menſchen ewig währen ſollte.

Und es war um ſo mehr hiezu berechtigt, als Holland das Land der Feſte iſt; nie entwickelte eine trägere Natur mehr ſchreienden, ſingenden und tanzen⸗ den Eifer, als die der guten Republikaner der Sieben Provinzen bei Gelegenheit von Vergnügungen.

Man darf nur die Gemälde der zwei Teniers ſehen.

Es iſt gewiß, daß die Trägen am eifrigſten ſind, ſich zu ermüden, nicht, wenn ſie an die Arbeit gehen, ſondern wenn ſie an's Vergnügen gehen.

Harlem hatte ſich alſo in eine dreifache Freude verſeßzt, denn es hatte eine dreifache Feier zu begehen: die ſchwarze Tulpe war entdeckt worden; ſodann wohnte der Prinz Wilhelm von Oranien, als ächter Holländer,

der Ceremonie bei; und endlich war es Ehrenſache für die Staaten, nach einem ſo unglücklichen Krieg, wie der von 1672 geweſen, den Franzoſen zu zeigen, der Boden der bataviſchen Republik ſei ſolid genug, daß man mit der Begleitung des Kanonendonners der Flotte

darauf tanzen könne. Die Gartenbau⸗Geſellſchaft hatte ſich dadurch ihrer daß ſie hunderttauſend Gulden für eine

würdig gezeigt, 6 Tulpenzwiebel ausgeſetzt. Die Stadt hatte nicht zurück⸗