würde er ſeine Feinde ſehr enttäuſcht baben, hätten dieſe können in den finſtern Tiefen des Buitenhofes auf ſeinem bleichen Antlitz das Lächeln des Märtyrers glänzen ſehen, der den Koth der Erde vergißt, ſeitdem er die Herrlichkeiten des Himmels erſchaut hat.
Cornelius hatte mehr durch die Macht ſeines Wil⸗ lens, als durch irgend eine Hülfe ſeine Kräfte wieder erlangt, und er berechnete, wie lange ihn die Gerichts⸗ formalitäten noch im Gefängniß zurückhalten würden.
Gerade in dieſem Augenblick erhob ſich das Ge⸗ ſchrei der Bürgermiliz, vermiſcht mit dem des Volks, gegen die zwei Brüber und bedrohte den Kapitän Tilly, der ihnen als Wall diente. Dieſer Lärm, der ſich wie eine ſteigende Fluth am Fuß der Gefängnißmauern brach, gelangte zu dem Gefangenen. Aber ſo bedroh⸗ lich der Lärm auch war, Cornelius unterließ es, ſich darüber zu erkundigen, oder er nahm ſich nicht die Mühe, aufzuſtehen, um durch das ſchmale, vergitterte Fenſter zu ſchauen, welches das Licht und das Gemur⸗ mel von außen zuließ.
Er war dergeſtalt in der Fortdauer ſeines Leidens erſtarrt, daß dieſes Leiden beinahe zur Gewohnheit ge⸗ worden. Er fühlte endlich mit ſolcher Wonne ſeine Seele und ſeine Vernunft ſo nahe daran, ſich von den körperlichen Banden zu befreien, daß es ihm ſchon vor⸗ kam, als ſchwebten dieſe Seele und dieſe Vernunft der Materie entſchlüpft über ihr, wie über einem bei⸗ nahe erloſchenen Herd die Flamme ſchwebt, die ihn verläßt, um zum Himmel außzuſteigen.
Er dachte auch an ſeinen Bruder.
Dohne Zweifel machte ſich ſeine Annäherung durch die unbekannten Myſterien, die der Magnetismus ſeit⸗ dem entdeckt hat, fühlbar. In dem Augenblick, wo Johann dem Geiſte von Cornelius ſo gegenwärtig war, daß dieſer beinahe ſeinen Namen murmelte, öffnete ſich die Thüre. Johann trat ein und ging haſtigen Schrittes auf das Bett des Gefangenen zu, der ſeine gequetſch⸗


