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hofes bewachte, blieb kalt, unempfindlich, ſchweigſam, drohender durch ihr Phlegma, als es dieſe ganze bürger⸗ liche Menge durch ihr Geſchrei, durch ihre Aufregung und ihre Drohungen war, unbeweglich unter dem Blick ihres Anführers, eines Kapitäns der Cavalerie vom Haag, der ſein Schwert außer der Scheide, aber ge⸗ fenkt und die Spitze auf der Ecke ſeines Steigbügels hielt.
Dieſe Truppe, der einzige Wall, der das Gefäng⸗ niß vertheidigte, hielt durch ſeine Haltung nicht nur die ungeordneten, lärmenden Volksmaſſen im Zaum, ſondern auch die Abtheilung Bürgergarde, welche, dem Buitenhof gegenüber aufgeſtellt, um auf halbe Rechnung mit der Truppe die Ordnung aufrecht zu erhalten, den Lärmern das Beiſpiel zum meuteriſchen Geſchrei gab und rief: ͤͤͤ 8
„Es lebe Oranien! Nieder mit den Verräthern!“
Die Gegenwart von Tilly und ſeinen Reitern war allerdings ein heilſamer Zügel für alle dieſe Bürger⸗ Soldaten; doch allmälig exaltirten ſie ſich, und da ſie nicht begriffen, daß man Muth haben könne, ohne zu ſchreien, ſo ſchrieben ſie der Furchtſamkeit das Still⸗ ſchweigen der Reiter zu und machten, den ganzen Menſchenſchwarm nach ſich ziehend, einen Schritt gegen das Gefängniß.—
Da aber trat ihnen der Graf von Tilly allein entgegen, hob nur, die Stirne faltend, ſein Schwert in die Höhe und fragte:
„Ei! meine Herren von der Bürgergarde, warum marſchirt Ihr und was wünſcht Ihr?“
Die Bürger ſchwangen ihre Musketen und wieder⸗ holten ihren Ruf:
„Es lebe Oranien! Tod den Verräthern!“
„Es lebe Oranien! gut!“ ſagte Herr von Tilly, „obſchon ich die heiteren Geſichter den verdrießlichen vorziehe. Tod den Verräthern! wenn Ihr es wollt, ſo lange Ihr es nur durch Schreien wollt, ſchreit immerhin: Tod den Verräthern! Doch was das wirkliche


