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das Weſen des Volkes nachzuahmen trachtete, leicht einen Edelmann erkennen konnte.
Beide handelten offenbar von einem und demſel⸗ ben Impulſe angetrieben.
Es entſtand eine lebhafte Erſchütterung, welche ſich bis in den königlichen Wagen fühlbar machte. Dann erſchollen tauſend Ruſe, einen mächtigen Schrei bildend mit ein paar Flintenſchüſſen vermiſcht.
„Herbei, Musketiere!“ rief d'Artagnan. 3
Die Escorte trennte ſich in zwei Reihen; die eine ritt auf die rechte Seite des Wagens, die andere auf die linke, die eine kam d'Artagnan, die andere Porthos zu Hülfe.
Nun entſpann ſich ein Handgemenge, das um ſo furchtbarer war, als es kein beſtimmtes Ziel hatte, und um ſo trauriger erſchien, als man nicht wußte, warum und für wen man ſich ſchlug.
Wie alle Bewegungen des großen Haufens, ſo war der Anlauf dieſer Menge furchtbar; durchaus nicht zahlreich, ſchlecht aneinandergereiht, begannen die Musketiere, welche ihre Pferde unter dieſer Volks⸗ maſſe nicht gehörig kreiſen laſſen konnten, in Unord⸗ nung zu gerathen. D'Artagnan wollte die Vorhänge des Wagens herablaſſen, aber der junge König ſtreckte den Arm aus und ſprach: 4
„Nein, Herr d'Artagnan, ich will ſehen.“
„Wenn Eure Majeſtät ſehen will,“ erwiederte d'Ar⸗ tagnan,„nun wohl, ſo mag ſie ſchauen!“
Und ſich mit jenem Ungeſtüm umwendend, das ihn ſo furchtbar machte, drang d'Artagnan auf den Anführer der Meuterer ein, der, eine Piſtole in der einen, ein breites Schwert in der andern Hand, ſich bis zu dem Kutſchenſchlage, mit zwei Musketieren kämpfend, Bahn gebrochen hatte.
„Platz, Mord und Tod ¹“ rief d'Artagnan,„Platz!“
Bei dieſer Stimme hob der Mann mit der Pi⸗ ſtole und dem breiten Schwerte den Kopf in die Höhe; aber es war bereits zu ſpät: d'Artagnan hatte ſeinen


