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der Barrière des Sergents war man genöthigt, Halt zu machen; Comminges verließ die Spitze der Escorte und kam an den Wagen der Königin. Die Königin fragte d'Artagnan mit dem Blick. D'Artagnan ant⸗ wortete ihr in derſelben Sprache.
„Geht vorwärts,“ ſagte die Königin.
Comminges ging wieder an ſeinen Poſten. Man machte einen Anlauf und die lebendige Barriéère wurde mit Gewalt durchbrochen.
Es erhob ſich aus der Menge einiges Gemurmel, das diesmal ebenſowohl an den König, als an ſeinen Miniſter gerichtet war.
„Vorwärts!“ rief d'Artagnan mit voller Stimme.
„Vorwärts,“ wiederholte Porthos.
Aber es ergoſſen ſich nun, als hätte die Menge nur dieſe Kundgebung erwartet, um zu beginnen, alle feindſeligen Geſinnungen, welche dieſelbe in ſich ſchloß, auf einmal. Das Geſchrei:„Nieder mit Mazarin! Tod dem Cardinal!“ erſcholl von allen Seiten.
Zu gleicher Zeit wälzte ſich durch die Rues Gre⸗
naelle⸗Saint⸗Honoré und du Coq⸗Saint⸗Honoré eine
doppelte Woge hervor, durchbrach das ſchwache Spa⸗ lier der Schweizer⸗Garden und trieb ſeinen ungeſtümen Wirbel bis zu den Beinen der Pferde von d'Artagnan und Porthos.
Dieſer neue Einbruch war gefährlicher als die andern, denn er beſtand aus bewaffneten Leuten, aus Menſchen, welche beſſer bewaffnet erſchienen, als es ge⸗ wöhnlich die Leute aus dem Volke in ſolchen Fällen ſind. Man ſah, daß dieſe letzte Bewegung nicht die Wirkung des Zufalls war, welcher eine gewiſſe An⸗ zahl von Unzufriedenen auf demſelben Punkte verei⸗ nigte, ſondern die Combination eines feindſeligen Gei⸗ ſtes, der einen Angriff organiſirt hatte..
Dieſe zwei Maſſen wurden jede von einem Chef
ſondern der ehrenwerthen Körperſchaft der Bettler an⸗ zu hören, während man in dem Andern, obgleich er
angeführt. Der Eine derſelben ſchien nicht dem Volke,


